Rund 600 Gäste feiern Neugründung der Stadtpfarrei St. Cyriakus

Ein besonderer Tag für die katholische Kirche in Bottrop: Rund 600 Besucherinnen und Besucher feierten am Sonntag, 31. Mai, das Neugründungsfest der Stadtpfarrei St. Cyriakus. Unter dem Motto „Gemeinsam.Glauben.Mittendrin … in Bottrop“ stand der Zusammenschluss der bisherigen Pfarreien St. Joseph und St. Cyriakus im Mittelpunkt. Seit dem 1. Januar 2026 sind sie gemeinsam die neue Stadtpfarrei St. Cyriakus.

  

Den Auftakt bildete ein feierlicher Festgottesdienst mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in der voll besetzten St.-Cyriakus-Kirche. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Verbände, die Knappengarde St. Elisabeth sowie fast 40 Messdienerinnen und Messdiener aus der gesamten Pfarrei nahmen daran teil. Für den musikalischen Höhepunkt sorgten rund 100 Sängerinnen und Sänger aus allen Chören der Pfarrei. Unter der Leitung von Ursula Kirchhoff und Zdenko Sojčić erfüllten sie die Kirche mit einem beeindruckenden Klangvolumen. 

 

In seiner Predigt verglich Bischof Overbeck den Weg der neuen Stadtpfarrei mit einem Pilgerweg. Er ermutigte die Gläubigen, „Pilger der Hoffnung“ zu sein. „Wer pilgert, geht nach vorne“, betonte der Bischof. Der Zusammenschluss sei ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Kirche in Bottrop und knüpfe zugleich an deren Ursprünge an. Er dankte allen Engagierten, die den Weg der Zusammenführung begleitet haben, und gab den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern mit auf den Weg, als Pilger den Blick zu weiten. Mit einem herzlichen „Glückauf“ beendete er seine Predigt. 

 

An den Gottesdienst schlossen sich Grußworte verschiedener Gäste an. Steffen Riesenberg, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten, unterstrich die ökumenische Verbundenheit und warb für eine enge Zusammenarbeit. Emilio Pintea, Erster Beigeordneter der Stadt Bottrop und als Vertreter von Oberbürgermeister Matthias Buschfeld vor Ort, würdigte die katholische Kirche als wichtige Stütze des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Die Neuordnung bündele Kräfte und eröffne neue Möglichkeiten für die Zukunft. Sie sei ein mutiger Schritt und ein Zeichen des Aufbruchs. 

 

Auch die Vorsitzenden von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, Norbert Gockel und Tatjana Faeser, richteten sich an die Gläubigen. Sie luden dazu ein, die neue Stadtpfarrei aktiv mitzugestalten. Kirche lebe nicht in erster Linie von Strukturen, sondern von Menschen, die zusammen unterwegs sind und Gemeinschaft gestalteten. 

 

Im Anschluss verwandelte sich der Bereich rund um die Innenstadtkirche und Haus am Kirchplatz 2-3 in einen Festplatz. Ein vielfältiges kulinarisches Angebot, Musik und Begegnungen luden zum Verweilen ein. Patricia Psotta begeisterte mit Liedern aus verschiedenen Musicals, während Joachim Kolodziej am Saxophon sein Können zeigte. Für Kinder gab es zahlreiche Spiel- und Bastelangebote sowie ein Theaterstück im Haus am Kirchplatz. Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein Lobpreiskonzert mit der Popkantorin des Bistums Essen, Lina Wittemeier, in der Kirche. Mit moderner Kirchenmusik lud sie die Besucherinnen und Besucher zum Mitsingen ein. 

 

Der Tag zeigte, was das Motto des Festes ausdrückte: Gemeinsam Glauben leben – mitten in Bottrop. 

 

Weitere Information 

Zu Beginn der Festmesse informierte Guido Papierok über die Ausstellung der Königsfiguren in St. Cyriakus. Die Figuren des Diakons und Holzbildhauers Ralf Knoblauch sind bis Ende Juni in St. Cyriakus zu sehen. Sie sollen sichtbar machen, dass jedem Menschen eine königliche Würde innewohnt und dem anderen in Menschenwürde zu begegnen ist. Ganz in diesem Sinne hatte auch Bischof Overbeck zum Ende seiner Predigt die Gottesdienstbesucher dazu aufgerufen „Königskinder“ zu bleiben. 

 

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Kirche am Kirchplatz 1 besichtigt werden: 

Dienstag bis Freitag 

9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr 

Samstag 

9 bis 12 Uhr 



1000. Messe - Helmut Kewitsch ist seit 76 Jahren Messdiener

Foto: Simon Wiggen/Bistum Essen
Foto: Simon Wiggen/Bistum Essen

Mit 87 Jahren steht Helmut Kewitsch noch immer jeden Dienstag am Altar von St. Cyriakus. Am Dienstag, 19. Mai, hat der langjährige Seniorenmessdiener seinen 1000. Einsatz absolviert – und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Vier Jahre lang möchte er mindestens noch weitermachen.

 

Das war die 1000. Messe. Im schwarz-weißen Gewand schreitet Helmut Kewitsch neben dem früheren Bottroper Propst Paul Neumann die Altarstufen hinunter und biegt links ab Richtung Sakristei. Nur die Rose in der Hand des 87-Jährigen deutet darauf hin, dass dieser vermeintlich ganz normale Gottesdienst heute doch etwas Außergewöhnliches ist: Zum 1000. Mal hat Kewitsch heute in der St. Cyriakus-Kirche einen Gottesdienst am Dienstagmorgen als Messdiener begleitet. Ein Seniormessdiener mit viel Erfahrung und großen Plänen.

 

Neumann – damals Pfarrer von St. Cyriakus – hatte 2003 die Idee, Senioren als Messdiener für die morgendlichen Messen an Dienstagen und Donnerstagen zu gewinnen. Von den vier Rentnern, die seinerzeit begonnen haben, sind inzwischen drei gestorben – nur Helmut Kewitsch übt seinen Dienst mit sichtbarer Freude und erstaunlicher Vitalität aus. „Nur das Hinknieen mache ich nicht mehr. Da komme ich nicht mehr hoch“, sagt der Senior.

 

Dass er an diesem Dienstag seinen exakt 1000. Messdiener-Dienst absolviert, weiß er mit Sicherheit. Denn der ehemalige Volks- und Hauptschullehrer hat alle Dienste fein säuberlich protokolliert. Auch den ersten: 16. September 2003, 9 Uhr. Kewitsch war seitdem so gut wie jeden Dienstag da. „Ausnahmen gab es höchstens an Geburtstagen, krank war ich eigentlich nie.“

 

Messdiener ist Kewitsch allerdings schon viel länger. „Ich möchte das hier noch mindestens vier Jahre machen – dann bin ich 80 Jahre Messdiener“, sagt der 87-Jährige. Nach einer Kindheit in Krieg und Wiederaufbau kam Kewitsch 1950 zu den Messdienern von St. Cyriakus. Kewitsch erinnert sich an Ausflüge, einen tollen Zusammenhalt und das Training für die Messe: lateinische Gebete und die richtige Haltung, zum Beispiel „Fingerspitzen auf Schulterhöhe“ für die gefalteten Hände. Damals wurden die Gottesdienste noch nach der alten Liturgie gefeiert. „Da stand hier noch ein großer Hochaltar, an dem der Priester mit dem Rücken zum Volk gebetet hat“, erinnert sich der Langzeit-Messdiener. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil habe sich das in den 1960er-Jahren verändert. „Das ist heute viel besser“, sagt Kewitsch: ein der Gemeinde zugewandter Priester und Texte in einer Sprache, die die Menschen auch verstehen.

 

Mit 25 Jahren – also Mitte der 1960er Jahre – ist Kewitsch aus dem aktiven Messdiener-Dienst ausgestiegen. „Da bin ich nur noch eingesprungen, wenn jemand gefehlt hat.“ Doch für seine St.-Cyriakus-Gemeinde hat er sich weiter engagiert, wurde Lektor, später Kommunionhelfer und hat Kinder und Jugendliche auf die Erstkommunion und die Firmung vorbereitet. „Ich habe im Gottesdienst alles gemacht, was Laien machen dürfen.“ Daran konnte er als Ruheständler ab 2003 direkt wieder anknüpfen: Kelch und Schale für die Kommunion zum Altar bringen, dazu die Kännchen mit Wein und Wasser, Klingeln während der Wandlung – und nicht nur das: In den Gottesdiensten am Dienstagmorgen liest Kewitsch auch aus der Bibel vor und betet die Fürbitten. Für dieses vielfältige und langjährige Engagement hat das Bistum Essen ihm bereits im vergangenen November sein Ehrenzeichen verliehen. „Sie sind ein kleiner, aber wichtiger Baustein im Haus der Kirche“, würdigte Neumann Kewitsch am Dienstag nach seinem 1000. Einsatz.

 

Natürlich betrübt es den Langzeit-Ministranten, dass „der Kirchenbesuch mittlerweile so gering geworden ist“, sagt er. Gerade ein gutes Dutzend Menschen feiert heute seine Jubiläumsmesse mit. Aus eigener Erfahrung empfiehlt Kewitsch: „Wer regelmäßig kommt, versteht immer mehr, was mit dem Glauben gemeint ist“. Für Kewitsch ist der regelmäßige Mess-Dienst auch in Zukunft keine Frage, „vorausgesetzt, ich bin dazu noch körperlich und geistig in der Lage“. Er verabschiedet sich, winkt in die Runde und verschwindet in der Sakristei: „Bis nächsten Dienstag!“

Text: Thomas Rünker/Bistum Essen


Bischof Overbeck betet Kreuzweg auf der Halde Haniel

Mit rund 900 Gläubigen hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Karfreitag, 3. April, den Kreuzweg auf der Halde Haniel gebetet. Die Prozession startete am Vormittag am Sportplatz östlich der Kreuzwegbrücke, wo Bischof Overbeck von Stadtdechant Propst Cleve begrüßt wurde. Von dort führte der Weg entlang 15 Stationen auf das Haldenplateau. Dort endete der Weg mit einer Andacht und Ansprache des Bischofs am großen Holzkreuz.

 

Overbeck rief unter anderem dazu auf, in einer sich verändernden Welt die Hoffnung auf Gott zu setzen. In einer Zeit, in der die Demokratie gefährdet sei, sei es wichtig, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

 

Mit der Kollekte wird in diesem Jahr die Arbeit des natur- und tierpädagogischen Zentrums Mattlerbusch des Oberhausener Vereins Alsbachtal für körper- und mehrfachbehinderte Menschen unterstützt.

 

Der Karfreitagskreuzweg auf der Halde Haniel wurde in diesem Jahr zum 32. Mal begangen. Er steht für die besondere Verbindung von Glaubens- und Bergbautraditionen. Die 15 Kreuzwegstationen wurden von der verstorbenen Künstlerin und Ordensfrau Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula), dem Oberhausener Künstler Adolf Radecki und Auszubildenden des Bergwerks Prosper-Haniel geschaffen. Jede Station besteht aus einer Tafel mit je einer Darstellung der Leidensgeschichte Christi und einem Element aus der Arbeitswelt des Bergbaus. Ergänzt werden die Darstellungen durch Schrifttafeln mit Aussagen bekannter Persönlichkeiten der Kirche. 

 

Weitere Informationen auch auf der Homepage des Bistums Essen.

 


Rund 90 Besucher hören den "Traum des Gerontius"

Yvonne Foster, Michael Kamp und Monika Bujinski lesen den "Traum des Gerontius" (v.l.).
Yvonne Foster, Michael Kamp und Monika Bujinski lesen den "Traum des Gerontius" (v.l.).

Jede Menge Applaus erntete am Freitagabend, 20. März, eine Lesung mit Musik im Ludgerushaus. Auf dem Programm stand „Der Traum des Gerontius“ – ein Gedicht von John Henry Newman. Rund 90 Zuhörerinnen und Zuhörer waren zu diesem Anlass in den Fuhlenbrock gekommen.

 

In dem Gedicht aus dem Jahr 1865 beschreibt der 2019 heiliggesprochene Kardinal den Tod eines Menschen, dessen Seele sich vom Körper löst und sich auf den Weg zu Gott macht. Der britische Komponist Edward Elgar vertonte diesen Text 35 Jahre später in einem Oratorium.

 

Das Thema Tod sei sicherlich kein einfaches, erklärte Pastor Andreas Willenberg bei seiner Einführung zu Autor und Werk. Aber es sei doch eines, mit dem sich jeder Mensch früher oder später beschäftige. Beworben worden war die Veranstaltung auch mit einer Darstellung des Labyrinths von Chartres der Fuhlenbrocker Künstlerin Stefanie Fuchs. Seit Langem gilt das Labyrinth als Symbol für den Lebensweg des Menschen: Anders als ein Irrgarten kennt es nur einen einzigen Weg zum Ziel. Auch Gerontius steht schließlich vor Gott und erreicht damit sein Ziel.

 

Nach der Einführung wurde der Text eindrucksvoll von den Schauspieler:innen Yvonne Foster, Monika Bujinski und Michael Kamp vorgetragen. Letztere waren einigen Zuhörern bereits bekannt, da sie schon bei der Lesung des Johannesevangeliums vor vier Jahren im Fuhlenbrock mitgewirkt hatten. Die musikalische Gestaltung des Abends übernahmen Bogyung Kim am Klavier und Bianca Tanzyna-Ertz mit Gesang. Bogyung Kim ist als Organistin in St. Ludgerus tätig, Bianca Tanzyna-Ertz gehört unter anderem zu den Mitgründerinnen der Lobpreisband FreiRaum in St. Ludgerus.

 

Im Anschluss an die Lesung ließen die Besucherinnen und Besucher das Gehörte bei Gespräch und Begegnung ausklingen. 

 


Trauer um Rolf Linse - Prälat im Alter von 92 Jahren verstorben

Im Alter von 92 Jahren ist am frühen Sonntagmorgen, 11. Januar, Prälat Rolf Linse verstorben. Vielen Menschen in Bottrop wird er vor allem durch seinen unermüdlichen und jahrzehntelangen Einsatz für die Indienhilfe in Erinnerung bleiben. Im August 1972 war sie von ihm gegründet worden, fünf Jahre später wurde daraus die „Indienhilfe Bottroper Realschüler“. Bis vor einigen Jahren stand Prälat Linse noch regelmäßig auf dem Bottroper Markt, um fair gehandelte Produkte zu verkaufen, deren Erlös der Indienhilfe zugute kam. 

 

Am 11. Februar 1960 wurde der gebürtige Duisburger zum Priester geweiht. Nach Stationen in Essen, Hattingen und Gladbeck kam er ab 1. Februar 1977 als Religionslehrer nach Bottrop und als Subsidiar nach St. Bonifatius. Ab Ende des Jahres 1977 arbeitete er bis zu seiner Entpflichtung 20 Jahre später als Realschulpfarrer an der Gustav-Heinemann-Realschule und an der Marie-Curie-Realschule. 1989 wurde er außerdem zum Diözesanseelsorger für Blinde ernannt. Mit seinen Schülerinnen und Schülern der Marie-Curie- sowie der Gustav-Heinemann-Realschule, die ihm auch beim Verkauf auf dem Markt halfen, rief er unzählige Aktionen für Indien ins Leben. Oft war Linse dabei mit einer selbstgebauten Drehorgel unterwegs. 

 

Begonnen hatte die Idee für die Indienhilfe mit dem Besuch eines indischen Karmeliterpaters. 1972 verbrachte dieser sechs Wochen lang in Linses Haushalt, um Deutsch zu lernen. Da der Pater viel über seine Heimat und über die notwendige Hilfe vor Ort erzählte, wurde bei Linse der Wunsch geweckt, den Menschen in Indien zu helfen. Was mit der Unterstützung von Jungen mit Behinderung und deren Ausbildung begann, weitete sich im Laufe der Zeit unter anderem auch auf Hilfe für mittellose kranke Menschen, den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Kirchen, ebenso auf die Ausbildung und Unterstützung von Mädchen, Ordensfrauen und Priesternachwuchs aus. 

 

28 Mal war Prälat Linse in den vergangenen fünf Jahrzehnten in Indien, fünfmal in Begleitung von Schülerinnen und Schülern. Eine Riesensumme von fünf Millionen Euro sammelte er im Laufe der Zeit für über 80 Hilfsprojekte in zehn indischen Bundesstaaten. Durch seine Erfahrungen entwickelte er sich zu einem Indien-Experten, der regelmäßig in Ausstellungen und Vorträgen über das Land informierte. 

 

Zahlreichen Ehrungen hat Rolf Linse für sein Engagement erhalten. Im Jahr 2000 bekam er beispielsweise den Ehrenring des Bistums Eluru, 2002 erfolgte die Ernennung zum Prälaten durch Papst Johannes Paul II., 2004 bekam er die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, 2016 schließlich das Bundesverdienstkreuz am Bande. 

 

Für ein Engagement, das seinesgleichen sucht. 

Fotos von der Beerdigung am Samstag, 17. Januar (St. Cyriakus und alter Friedhof)


Helmut Kewitsch erhält Ehrenzeichen des Bistums Essen

Foto: Jennifer Brink
Foto: Jennifer Brink

Er kann eine beeindruckende Bilanz ziehen: Seit nunmehr 75 Jahren steht Helmut Kewitsch als Messdiener im Dienst der Kirche. Bis heute ist der 86-Jährige in Werktagsmessen in der Bottroper Propsteipfarrei St. Cyriakus im Einsatz. Darüber hinaus gehört er zum Lektorenkreis, den ersten Kommunionhelfern der Pfarrei, unterstützt ehrenamtlich den Küsterdienst in der Kapelle des Marienhospitals und gestaltet Kreuzweg- und Rosenkranandachten.

 

Für sein großes Engagement und seine zuverlässige Unterstützung wurde Helmut Kewitsch nun mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen gewürdigt. Bei einer Feierstunde der Lektoren, Kommunionhelfer und Kirchenwächter überreichte ihm Propst Jürgen Cleve die besondere Auszeichnung.

 

Lange Jahre war Helmut Kewitsch auch Vorsitzender des Pfarrgemeinderats und machte sich dabei unter anderem um die Herausgabe der Festschrift zum 850. Jubiläum der Pfarrei verdient. Multimediales Talent zeigte er auch durch seine Mitwirkung beim Podcast „Hörweg“ gemeinsam mit Gemeindereferentin Anne-Kathrin Hegemann und dem mittlerweile verstorbenen Pastoralreferenten Florian Giersch.

 

Dem früheren Hauptschullehrer lag die Vermittlung religiöser Bildung stets am Herzen, vor allem an junge Menschen. So engagierte er sich 2011 beispielsweise beim Projekt „Bibel im Zelt“ in der Heilig-Kreuz-Kirche. Dort begleitete er Gruppen und Schulklassen und führte sie durch die Mitmachausstellung.

 

Helmut Kewitsch sei auch für ihn persönlich ein wertvoller Begleiter und Unterstützer, betonte Propst Cleve. „Seine verbindliche und freundliche Art machen ihn zu einem guten Gesprächspartner für viele Menschen."


Gudrun Höpfner aus Vorstandsteam der CKD verabschiedet

Zeit, Fleiß, Kreativität und noch viel mehr als das hat Gudrun Höpfner in 32 Jahren Caritas eingebracht. Beim Adventsfrühstück im Haus Kirchplatz 2-3 wurde die verdiente Mitarbeiterin nun auf eigenen Wunsch aus dem CKD-Vorstand in Bottrop verabschiedet. „Jetzt, wo sie langsam ins knackige Alter kommt, hört sie auch schon auf“, scherzte CKD-Vorsitzende Margret Zerres, die es als „Lisbeth“ verkleidet schaffte, der Verabschiedung auch eine lustige Note zu verleihen. Eine Ehrennadel habe Gudrun Höpfner für ihre Verdienste nicht haben wollen, stattdessen „hast du aber einen Platz in unseren Herzen“, betonte Margret Zerres.

 

Seit 1993 ist Gudrun Höpfner Mitglied des Wohlfahrtsverbands. Traditionell angefangen habe ihr Engagement unter anderem mit der Haussammlung. „Ich fand es immer gut, für die Caritas tätig zu sein und zu wissen, dass mit dieser Arbeit hilfsbedürftige Menschen unterstützt werden“, erklärt die 69-Jährige. Ab 1997 erweiterte sich ihr Engagement von der Gemeindecaritas hin zur Vorstandsarbeit der CKD, für den sie zuletzt Schriftführerin war. Die über drei Jahrzehnte Einsatz habe sie als schöne Zeit empfunden, so Gudrun Höpfner und erinnert sich an besondere Aktionen wie die Caritas-Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“, bei der auf dem Kirchplatz unzählige Lichter leuchteten, an Ehrenamts- und Thementage, aber auch an das Miteinander im Kreise der Caritas-Engagierten.

 

Für die Caritas im Dienst bleibt sie zwar weiterhin, nicht aber auf Vorstandsebene. Diese Verantwortung habe sie nun abgeben wollen. Schließlich geht sie ein Mal in der Woche noch einer Berufstätigkeit nach und ist auch anderweitig kirchlich aktiv. Mitglied ist sie zudem bei der kfd und der Kolpingsfamilie. Nicht zuletzt leitet sie auch die KÖB St. Elisabeth und Heilig Kreuz. „Das Angebot, weiter dazusein, nehmen wir gerne an“, sagte Propst Jürgen Cleve bei der Verabschiedung. Ohne den Einsatz der Menschen für die Caritas könne Glauben nicht funktionieren.

 

Zum Dank erhielt Gudrun Höpfner unterschiedliche Produkte aus dem Caritas-Sortiment und mit einem Augenzwinkern eine Flasche Eierlikör – in Anlehnung an die Zeiten der Haussammlung, die für Sammlerinnen durchaus auch von „Schwätzchen und Schnäpschen“ geprägt war. Darüber hinaus überreichte ihr Margret Zerres Karten für das Neujahrskabarett des Bottroper Künstlers Benjamin Eisenberg. Das tröstete vielleicht über den teilweisen Abschied hinweg, der Gudrun Höpfner sichtlich bewegte. „Ich bin ja nicht weg“, machte sie zum Ende noch einmal deutlich. Ein Trost für alle anderen Anwesenden, die weiterhin auf ihre Mitarbeit bauen können. 


Dritter ÖKO.FAIR.TAG setzt Zeichen für Schutz des Wassers

Jedes Jahr fließen mehr als 19 Millionen Tonnen Plastikmüll in Meere und Gewässer. Wenn sich daran nichts ändert, könnte es im Jahr 2050 nach Gewicht berechnet mehr Plastik im Meer geben als Fische. 

 

Auf Missstände wie diese möchte die Arbeitsgruppe „Stadt.Kirche.Öko.Fair“ aufmerksam machen und im besten Fall etwas daran ändern. Als Teil des Bottroper Stadtkatholikenrats hatte die Gruppe zusammen mit der Kirchhellener Pfarrei St. Johannes der Täufer am 16. November zum mittlerweile dritten „ÖKO.FAIR.TAG“ eingeladen – dieses Mal in die Kinderkirche KikeriKi St. Peter. Gerade in Zeiten, in denen ökologische Themen zunehmend in den Hintergrund geraten, möchte sie damit ein Zeichen setzen und Menschen für die Themen Klimaschutz, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit sensibilisieren.

 

Unter dem Motto „Wir träumen das Wasser. Liebe sei Tat“ stand beim diesjährigen „ÖKO.FAIR.TAG“ das Thema Wasser als kostbares und gefährdetes Gut im Mittelpunkt. Zwischen 10 und 15 Uhr erwartete Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm rund um den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. 

 

Bereits in der Feier der Familienmesse, mit der der Tag begann, griff Pastor Elmar Linzner das Thema auf. „Wozu brauchen wir Wasser?“, richtete er seine Frage besonders an die Kinder in der Kirche. „Zum Trinken, zum Gießen, zum Waschen“ waren die Antworten der jungen Gäste. „Ohne Wasser gibt es kein Leben“, ergänzte Linzner, auch wenn Wasser durchaus eine zerstörerische Kraft haben könne wie beispielsweise die Flut im Ahrtal vor vier Jahren. Vor allem habe es jedoch eine positive Funktion und sei stattdessen durch den Menschen bedroht, durch Plastikmüll, der in die Meere gelange und den Klimawandel. Genau darauf wolle der „ÖKO.FAIR.TAG“ den Blick lenken. Schließlich betreffe das Thema alle Menschen dieser Welt, auch wenn andere Themen zurzeit mehr im Fokus stünden. 

 

„Das Thema ist uns wichtig“, betonte eine Besucherin dagegen im Anschluss. Mit ihrer Begleiterin sei sie heute gezielt dafür in die Kinderkirche gekommen. Mit dieser Aussage standen sie offenbar nicht alleine da. Denn rund 100 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung an die Scharnhölzstraße gefolgt. 

 

Nach einer Stärkung mit bio-regionalen Speisen und Getränken waren Sängerinnen und Sänger der Kinder- und Jugendhöre der Da Pacem Chöre unter Leitung von Charlotte Schmidt zu hören. Zusammen mit Kindern des Chores „Sophie’s little voices“ der Evangelischen Sophien Kirchengemeinde Oberhausen setzten sie musikalische Akzente rund um die Themen Natur und Wasser. 

 

Doch das Programm hielt noch mehr bereit: Während die Kleinsten bastelten, malten, sich schminken ließen oder der Geschichte vom Regenbogenfisch lauschten, wartete auf die Erwachsenen ein vielfältiges Informationsangebot mit einem Kurzfilm („Rain is falling“), einem Fair-Trade-Stand und einem Tisch der Stadt Bottrop zur Dachbegrünung. Ebenfalls vor Ort war der NABU Bottrop, der ansprechend sowohl für Kinder als auch Erwachsene über das Thema Wasser aufklärte. 

 

Im Garten der Kinderkirche wurde außerdem eine Blutbuche gepflanzt – tatkräftig unterstützt von einigen der Kinder, die den Baum ausreichend bewässerten. Grund dafür war nicht nur die Erfüllung der „Baumchallenge 2025“ – eine Social-Media-Aktion, bei der nominierte Personen oder Organisationen – in diesem Fall die Pfarrei St. Joseph – innerhalb von 72 Stunden einen Baum pflanzen müssen. „Mit jedem ÖKO.FAIR.TAG möchten wir am jeweiligen Standort auch etwas zurücklassen“, erklärte Daniela Mysliwietz-Fleiß aus der Vorbereitungsgruppe. 

 

Wie wichtig der Einsatz der Gruppe ist, zeigte sehr deutlich eine Übersicht am Stand des NABU: 450 Jahre braucht eine Plastikflasche bis sie sich im Meer zersetzt, eine Angelschnur gar 600 Jahre – Zahlen, die hängen bleiben. Grund genug, das Thema weiter wachzuhalten und Menschen darauf aufmerksam zu machen. 



Neuer Küster in St. Cyriakus: Lars Meyer folgt auf Ludger Pawlak

Foto: Tanja Wischermann-Becker
Foto: Tanja Wischermann-Becker

Diese Aufgabe scheint auf ihn gewartet zu haben. „Sie ist mehr Berufung als Beruf“, ist sich Lars Meyer sicher. Seit dem 1. August arbeitet der 52-Jährige nun als Küster in St. Cyriakus. Er folgt damit auf Ludger Pawlak, der Ende August nach fast 31 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde. Für den Übergang waren sie einen Monat lang gemeinsam tätig. Eine Zeit, die intensiv war und in der Lars Meyer viel von seinem Vorgänger gelernt hat.

 

„Die ersten Wochen waren spannend, teilweise nervenaufreibend“, sagt Lars Meyer. Denn die Aufgaben als Küster sind vielfältig. Zu ihnen gehören beispielsweise das Vor- und Nachbereiten der Gottesdienste, die Ausbildung der Messdiener, Bestellungen von Kerzen oder Hostien, die Pflege von Altargerät und Gewändern, aber auch handwerkliche Aufgaben und Reinigungsarbeiten. „In einem großen Gebäude wie dieser Kirche gibt es immer etwas zu tun“, weiß Meyer. Täglich legt er zwischen 16.000 und 19.000 Schritte zurück – obwohl er in unmittelbarer Nähe der Innenstadt-Kirche wohnt.

 

Nie hätte er damit gerechnet, einmal Küster in St. Cyriakus zu werden. Denn beruflich kommt Meyer eigentlich aus einem anderen Bereich. Drei Jahrzehnte arbeitete es als Speditions- und Logistikkaufmann – ein Beruf, der mit Stress und langen Fahrzeiten verbunden war. Als klar wurde, dass Ludger Pawlak in den Ruhestand geht, wagte er den Wechsel. „Die Arbeit in der Kirche hat für mich etwas Beruhigendes, das in die Tiefe geht. Wenn ich das Gotteshaus betrete, fällt alles von mir ab.“ Die unregelmäßigen Arbeitszeiten und der Dienst an den Wochenenden stören ihn nicht. Im Gegenteil: „Die Kirche ist wie ein zweites Wohnzimmer für mich“, betont Meyer.

 

Mit der Pfarrei und der Kirche ist er schon immer eng verbunden. Als Kind und Jugendlicher war er Messdiener und Pfadfinder, später auch Vorsitzender im Pfarrgemeinderat. Heute ist er Leiter von Wortgottesdiensten, gestaltet regelmäßig das Mittagsgebet am Samstag, engagiert sich als Kommunionhelfer und Lektor sowie im Social-Media-Team der Pfarrei. Darüber hinaus ist er für die Knappengarde St. Elisabeth aktiv und schlüpft in der Adventszeit regelmäßig in die Rolle des heiligen Nikolaus. Als Bischof von Myra verkleidet besucht er Schulen, Kindergärten, Seniorenheime und war zuletzt auch bei Oberbürgermeister Bernd Tischler zu Gast. „Das ist eine wunderbare Aufgabe“, schwärmt er, wenn er sich an die Freude in den Augen von Kindern und älteren Menschen erinnert, an die vielen Fotos, die zusammen mit ihm gemacht wurden oder auch die Bilder, die Kinder für ihn gemalt haben und die er alle in sein goldenes Buch geklebt hat. Hobbys wie das Klavierspielen, die Gartenarbeit oder sein Interesse an Autos gehören zu seinem Leben zwar dazu. Doch vor allem das kirchliche Engagement ist es, das auch seine Freizeit ausfüllt. „Ehrenamt und Hauptamt fallen bei mir zusammen“, erklärt Meyer.

 

Seit 2016 ist er Oblate der Abtei Königsmünster in Meschede. Damit gehört er zu einem Kreis von Menschen, die sich durch ein Versprechen an die benediktinische Gemeinschaft binden und ihr Leben in Arbeit und Familie nach deren Regel und Spiritualität gestalten. Auch diese Seite seines Lebens falle nun mit seinem neuen Beruf zusammen. „Hier kann ich meine Beziehung zu Gott pflegen und die Zeit auch dazu nutzen, in mich zu gehen.“

 

Was innerlich in ihm vorgeht, zeigt er auch äußerlich. Auf seinem rechten Arm sind Tätowierungen christlicher Symbole zu sehen, die für ihn eine tiefe Bedeutung haben. „Sie zeigen meinen Glaubensweg“, so Meyer. Die Arbeit als Küster fügt sich in diesen Weg ein und ist für ihn etwas Besonderes. „Es kommt mir vor, als sei ich wunderbar geführt“, sagt er ganz offen. „Ich empfinde Ehrfurcht vor dem, was ich hier mache.“

 

Die Pflege der Kirche bereitet Lars Meyer Freude. Er möchte, dass sie einladend ist und sich auch andere dort wohlfühlen. Das Gotteshaus ist an fast allen Tagen vormittags und nachmittags geöffnet. Immer wieder beobachtet er, wie Menschen in der Kirche Stille suchen oder eine Kerze anzünden – offenbar auch Menschen, die anderen Religionen angehören. „Dieses Angebot wird gerne wahrgenommen“, sagt Meyer. Dass diese besondere Atmosphäre bleibt, die schon seine Vorgänger pflegten, liegt nun in seinen Händen – und dort scheint sie gut aufgehoben zu sein. 

 

Weitere Info 

Am Sonntag, 28. September, 18 Uhr, wird Lars Meyer in St. Cyriakus mit einem Gottesdienst und einem kleinen Fest begrüßt. 


St. Joseph legt Zukunftskonzept für St. Franziskus vor

Die Pfarrei St. Joseph legt ein Zukunftskonzept für die ehemalige Kirche St. Franziskus in Welheim vor, welches ein Investor entwickelt hat. Damit setzt sie den bereits 2015 beschlossenen Pfarreientwicklungsprozess weiter um. St. Franziskus ist nach St. Paul und St. Matthias nun der dritte Standort, der innerhalb der 2007 gegründeten Großpfarrei außer Dienst gestellt wird. 

 

Der Blick liegt auf der Gesamtentwicklung des Standortes. Vorgesehen ist eine Mischung aus altengerechten Sozialwohnungen, barrierefreiem Wohnraum und einer selbstbestimmten SeniorenWohngruppe. Das Konzept sieht vor, dass alle Bestandsgebäude auf dem Grundstück – bis auf den Kirchenraum selbst – zurückgebaut werden. So entsteht Raum für neue Bebauung und eine städtebauliche Neuordnung des Grundstücks. Zwar hatten sich alle Beteiligten für den Erhalt der Kindertagesstätte St. Franziskus ausgesprochen, doch die Hoffnungen auf einen Neubau mussten jüngst aufgegeben werden. Eine entsprechende Genehmigung würde nicht erteilt werden – ein Rückschlag für das Projekt. Der Bedarf an KiTa-Plätzen sinkt, das konnte man in den letzten Wochen auch der Presse entnehmen. Das ist im Stadtteil Welheim nicht anders. Die Konsequenz daraus ist, dass die KiTa St. Franziskus in spätestens vier Jahren auslaufen wird. 

 

Im ersten Bauabschnitt sollen das ehemalige Pfarrhaus und der Sakristeianbau zurückgebaut werden. Anschließend entsteht dort der erste Neubau, in den auch die geplante Seniorenwohngruppe einziehen soll. Der zweite Bauabschnitt beginnt parallel zum Ende der Kita-Nutzung – hier ist weiterer Wohnraum im Grünen geplant. Ein konkreter Baustart steht noch nicht fest. Die Verträge für die Neuentwicklung befinden sich aktuell in der finalen Abstimmung und sollen im Herbst unterzeichnet werden.

  

Kurzer Rückblick zur Standortentwicklung:

 

Während der Umbauarbeiten in St. Johannes in Bottrop-Boy diente das denkmalgeschützte Gebäude zeitweise als Ausweichkirche. Auch während der Corona-Pandemie spielte St. Franziskus eine besondere Rolle – hier fanden die ersten Streaming-Gottesdienste der Pfarrei statt. Im Mai 2022 wurde die Kirche offiziell außer Dienst gestellt – Weihbischof Wilhelm Zimmermann zelebrierte die letzte Messe. Seither ist der Standort geschlossen und steht nicht mehr für liturgische Zwecke zur Verfügung. Doch viele Elemente der Kirche leben an anderen Orten weiter: Die Kirchenbänke wurden an die Gemeinde Hl. Johannes der Täufer in Łagów in Polen übergeben, Teile der Weihnachtskrippe finden seitdem jährlich in der St. Antonius-Gemeinde in Essen Verwendung. Die Verbindung kam durch persönliche Kontakte über Pfarreigrenzen hinweg zustande. 

 

Um eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes zu ermöglichen, hat die Pfarrei ein Exposé veröffentlicht und ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Ziel ist es, eine nachhaltige Lösung zu finden, die sowohl dem Stadtteil Welheim als auch der Pfarrei neue Perspektiven eröffnet. Im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses wurde dabei das Leitbild „Wir bleiben in der Fläche“ formuliert. Auch wenn St. Franziskus als Kirche nicht mehr genutzt wird, soll der Ort ein Treffpunkt für die Menschen im Stadtteil bleiben. Geplant ist, den früheren Kirchenraum zu einem multifunktionalen Raum der Begegnung umzubauen – offen für Gemeindemitglieder, Vereine, Verbände und Initiativen. 


Ludger Pawlak beendet nach 30 Jahren seinen Dienst als Küster

Ludger Pawlak zeigt sein Lieblingsstück in St. Cyriakus, den spätgotischen Schnitzaltar.
Ludger Pawlak zeigt sein Lieblingsstück in St. Cyriakus, den spätgotischen Schnitzaltar.

„Kann ich noch eine Kerze anzünden, oder ist die Kirche schon zu?“ Diese Frage hat Ludger Pawlak unzählige Male gehört. Und auch wenn er die Cyriakus-Kirche gerade abschließen wollte – Zeit für eine Kerze und ein Vaterunser hatte er immer noch. 30 Jahre lang hat der 64-jährige als Küster in St. Cyriakus gearbeitet. Nun geht er in den Ruhestand. Am Sonntag, 31. August, wird er in der Heiligen Messe um 11.15 Uhr verabschiedet.

 

Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Bottroper jedoch an ganz anderer Stelle. Nach einer Ausbildung zum Schlosser arbeitete Ludger Pawlak 13 Jahre lang bei der Ruhrkohle unter Tage. Trotz Stellenabbaus im Bergbau hätte er dort auch bleiben können. Doch irgendwann spürte er, „dass noch etwas Anderes kommen muss“, erinnert er sich. Am schwarzen Brett von Schacht X entdeckte er eine Stellenanzeige, die ihn förmlich ansprang und auf die er sich bewarb: „Küster für Kirche in Bottrop gesucht“. Dass es sich um die Propsteikirche im Herzen der Stadt handelte, wusste er damals nicht. Bereut hat er den Wechsel nie: „Sonst wäre ich wohl nicht fast 31 Jahre geblieben“, sagt er und lacht.

 

Über das Bistum Essen absolviert Pawlak eine Ausbildung zum Küster. Vom Aufschlagen des Messbuchs bis zum Umgang mit Paramenten steht alles Notwendige auf dem Ausbildungsplan. Nach der Jahresabschlussmesse, am 31. Dezember 1994, habe ihm dann sein Vorgänger Paul Klimek den Schlüssel für die Kirche in die Hand gedrückt. Auch er hatte fast drei Jahrzehnte als Küster in St. Cyriakus gearbeitet.

 

Zu seiner Hauptarbeit gehört für Ludger Pawlak von nun an die Vor- und Nachbereitung der Gottesdienste, das Auf- und Abschließen der Kirche, Bestellungen für Kerzen oder Hostien aufgeben, die Kirche den Festzeiten gemäß ausstatten oder handwerkliche Aufgaben übernehmen. Auch die Ausbildung der Messdiener ist Teil seiner Aufgaben, die er besonders gerne übernimmt.

 

Doch die Arbeit in der Kirche ist für ihn mehr. Durch sie taucht er in eine ganz andere Welt ein. „Hier habe ich viel über Kunst und Architektur, über Musik und Geschichte erfahren“, sagt er. Themen, die ihn immer schon interessiert hätten. Prägend, oft auch berührend sind für Ludger Pawlak die Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen, die die offene Innenstadtkirche aufsuchen. Da ist das alte Ehepaar, das einst ausgewandert ist und nach vielen Jahren nach St. Cyriakus zu seinen Ursprüngen zurückkehrt, die Messdienerin, die nach dem Tod ihrer Mutter in der Kirche Trost sucht oder der Mann, der seine Frau ins Krankenhaus gebracht hat und nicht weiß, wo er nun hin soll. „Da habe ich mich schon mal für ein Stündchen daneben gesetzt, auch wenn ich gerade Anderes zu tun gehabt hätte“, erklärt er.

 

Einen besonderen Zeitplan hatte Pawlak als Küster ohnehin. Die Arbeit an den Wochenenden, an kirchlichen Feiertagen, an Ostern und Weihnachten gehörte selbstverständlich dazu. Er freut sich, dass er zukünftig bei Familienfesten dabei sein kann, ohne Dienst in der Kirche verrichten zu müssen. Von seitens der Familie habe er allerdings viel Verständnis für seinen Beruf erfahren. Schließlich arbeitet auch seine Partnerin für die Kirche und ist als Gemeindereferentin in der Krankenhausseelsorge tätig. Das Arbeiten an Ostern und Weihnachten habe auch einen besonderen Reiz gehabt. Nach aufwendiger Vorbereitung sei es schön gewesen zu sehen, „dass alles läuft“, betont er. Gerne habe er sich gerade nach den Messen an den Weihnachtstagen noch alleine in die Kirche gesetzt und die festliche Stimmung genossen.

 

Ludger Pawlak erinnert sich an viele besondere Momente, die er als Küster erlebt hat, so an die 850-Jahr-Feier der Cyriakus-Gemeinde, an Gospelnächte in der Kirche und Gemeindefeste rund um das Gotteshaus. Woran er nicht gerne zurückdenkt, ist die Zeit der Corona-Pandemie mit Einlasskontrollen und einer Osternacht ohne Gemeinde. „Das möchte ich kein zweites Mal erleben“, so Pawlak.

 

Im Laufe der Zeit hat er eine enge Beziehung zur St.-Cyriakus-Kirche entwickelt. Er kennt ihre Geschichte, genauso wie ihre versteckten Details. Immer wieder hat er auch Besuchergruppen durch das Gotteshaus geführt. Eines seiner Lieblingsstücke in St. Cyriakus ist der spätgotische Schnitzaltar mit seinem wertvollen Altarretabel. Er wurde 1863 für die Kirche gekauft und entstand vermutlich in der Zeit Albrecht Dürers um 1490.

 

Trotz aller Liebe zu seinem Beruf freut sich Ludger Pawlak auf seinen Ruhestand. Ein Nachfolger ist mit Lars Meyer bereits gefunden, mit dem seine Arbeit „in gute Hände kommt“. In der Pfarrei dürfte Mayer vielen als Wortgottesdienstleiter im samstäglichen Mittagsgebet sowie als Lektor oder Kommunionhelfer bekannt sein.

 

Pawlak möchte sich nun verstärkt seinen Hobbys wie dem Fahrradfahren widmen. Doch ganz los von St. Cyriakus kommt er nicht. Denn er möchte dem Kreis der Kirchenwächter beitreten, deren wichtiger Dienst dafür sorgt, dass die Kirche an fast jedem Tag geöffnet sein kann. Den Blick auf das Altarretabel kann er als Kirchenwächter dann ganz in Ruhe genießen.

 

Weitere Info:

Im August übt Luder Pawlak seinen Dienst gemeinsam mit Nachfolger Lars Meyer aus. Am Sonntag, 31. August, wird er in St. Cyriakus in der Heiligen Messe um 11.15 Uhr verabschiedet. Lars Meyer wird mit Gottesdienst und einem kleinen Fest am Sonntag, 28. September, 18 Uhr, in St. Cyriakus begrüßt. 


Missionsärztliche Schwestern feiern rundes Jubiläum

Am Marienkäfer-Mobil der Duisburger Schwestern gab es Kaffee und Zeit für Gespräche.
Am Marienkäfer-Mobil der Duisburger Schwestern gab es Kaffee und Zeit für Gespräche.

Mit einer großen Feier am Bottroper Kirchplatz haben am Sonntag, 29. Juni, die Missionsärztlichen Schwestern das 100-jährige Jubiläum ihres Ordens und ihrer 20-jährigen Präsenz in Bottrop begangen. Mit Schwester Beate Harst, Schwester Karin Ripp und Schwester Gertrud Dederichs leben hier drei der Schwestern im ehemaligen Pfarrhaus der Heilig-Kreuz-Kirche an der Scharnhölzstraße zusammen. Rund 150 Gäste waren ihrer Einladung an den Kirchplatz gefolgt, wo der Tag mit der Feier der Heiligen Messe in der St.-Cyriaus-Kirche begann. Zelebriert wurde die Messe von Propst Jürgen Cleve sowie von Pastor Karl-Heinz Heyer und Weihbischof Ludger Schepers, der auch Bischofsvikar für Orden und Geistliche Gemeinschaften ist. Für die musikalische Gestaltung sorgten Kantorin Ursula Kirchhoff und der Chor Cantamus unter Leitung von Regina Gahlen.

 

Zu Beginn der Messfeier blickte Schwester Beate auf die Geschichte des weltweit tätigen Ordens zurück, der vor 100 Jahren von der Ärztin Anna Dengel gegründet wurde. Lag damals noch der Schwerpunkt auf körperlicher Heilung, setzt sich die Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern heutzutage für Heilung im umfänglichen Sinne ein. Auf die Nöte ihrer Zeit sollten sie stets reagieren, hatte die Ordensgründerin ihren Schwestern mit auf den Weg gegeben. „Der Kern der Spiritualität blieb aber eigentlich immer unverändert“, sagte Schwester Beate und betonte: „Wir alle können füreinander heilende Präsenz sein.“

 

Mit Bezug auf das Evangelium, in dem Jesus sein Jünger fragt, für wen die Menschen ihn halten, sprachen anstelle der Predigt drei Missionsärztliche Schwestern darüber, wer Jesus für sie ist und wie dieses Erleben ihre jeweilige Arbeit prägt. So berichteten Schwester Mariotte Hillebrand aus Duisburg, Schwester Anke Felicitas Böckerförde aus Berlin und Schwester Rita Amponsaa-Owusu aus Ghana, dass Jesus eine Kraftquelle und ein treuer Wegbegleiter für sie ist, ein Bruder und Freund, der sie stärkt und immer bei ihnen ist. „Er ist es, der bedingungslose, heilende Liebe erleben lässt“, erklärte Schwester Anke Felicitas.

 

„Ihre Gemeinschaften sind für mich wie Leuchtfeuer der Hoffnung“, sagte zum Ende der Messe Weihbischof Ludger Schepers. Durch sie sei Heil an Leib und Seele zu erleben. „Beides in den Blick zu nehmen, darum ging es Anna Dengel“, so der Weihbischof. Mit Blick auf die Kommunitäten in Bottrop und Umgebung schloss er: „Ich bin froh und dankbar, dass sie sich das Ruhrgebiet ausgesucht haben.“ Er hoffe, dass sie Schwestern noch viele Jahre vor Ort bleiben werden.

 

Grüße von Oberbürgermeister Bernd Tischler überbrachte Bürgermeisterin Monika Budke. Für ihn solle sie die Arbeit der Missionsärztlichen Schwestern hervorheben. Ein Schwerpunkt ihres Wirkens in Bottrop liege vor allem auf der geistlichen Arbeit, mit der sie nachspürten, was Menschen bewegt und wonach sie suchen. Da die Schwestern keine Ordenstracht trügen, seien sie auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Umso schöner sei es, dass mit der Jubiläumsfeier der Fokus heute ganz auf ihrer Arbeit liege.

 

Die Arbeit der Schwestern konnten die Gäste im Anschluss im STÜCK.gut und auf der ersten Etage im Haus Kirchplatz 2-3 besser kennenlernen. Denn gestärkt mit Kaffee am dreirädrigen Marienkäfer-Mobil der Duisburger Schwestern, mit ganz ruhrgebietstypisch gereichten Pommes mit Currywurst und nach dem Besuch an einem großen Kuchenbuffet berichteten Schwestern aus unterschiedlichen Ländern an Thementischen über ihre Arbeit und kamen mit den Gästen darüber ins Gespräch.

 

Zum Abschluss des Festtages gab es schließlich noch eine Überraschung für die Gäste, als die Schwestern einen gemeinsamen Tanz vorführten. Die gesamte Verköstigung der Jubiläumsfeier war übrigens kostenlos. Die Schwestern baten allerdings um eine Spende für SonntagsSatt. Mit dem regelmäßig in der Pfarrei angebotenen Essen werden Menschen unterstützt, die einsam sind oder denen es nicht gut geht.


100 Jahre Missionsärztliche Schwestern: Feier in Bottrop am 29.6.

Schwester Karin, Schwester Beate und Schwester Gertrud (v.l.) vor dem Meditationsraum an der Scharnhölzstraße.
Schwester Karin, Schwester Beate und Schwester Gertrud (v.l.) vor dem Meditationsraum an der Scharnhölzstraße.

Ärztin und Ordensgründerin Anna Dengel übergab 1967 die Verantwortung für die Missionsärztlichen Schwestern an Jüngere. Dabei gab sie der nächsten Generation mit auf den Weg: „Ihr wisst um die Nöte der heutigen Zeit ebenso wie ich um die Nöte meiner Zeit wusste.“

 

Was vor über 50 Jahren den Schwestern ans Herz gelegt wurde, gilt für sie bis heute: Seit mittlerweile 100 Jahren reagieren die Missionsärztlichen Schwestern auf die Nöte ihrer Zeit. Mit ihrem Wirken möchten sie in der Welt „heilend präsent sein“.

 

Der runde Geburtstag wird mit einem Jubiläumsjahr groß gefeiert. Am 30. September 2024 wurde es in Ghana eröffnet. Darüber hinaus gibt es auch regionale Feiern, wie am Sonntag, 29. Juni, in Bottrop. In einer kleinen Kommunität leben die Schwestern hier seit 20 Jahren. Den Jubiläumstag beginnen sie mit der Feier der Heiligen Messe in der St.-Cyriakus-Kirche. Im Anschluss laden sie am Kirchplatz unter anderem zu einem ruhrpott-typischen Imbiss sowie zur Begegnung im sogenannten Weltcafé ein. Schwestern und assoziierte Mitglieder berichten dort über ihre Arbeit an verschiedenen Einsatzorten des Ordens und möchten mit den Gästen darüber ins Gespräch kommen.

 

Rund 500 Frauen weltweit gehören der Ordensgemeinschaft an. Sie engagieren sich in verschiedenen Professionen in Afrika, Asien, Europa, Nord- und Südamerika. 28 von ihnen leben in Deutschland. In Bottrop bezogen vor 20 Jahren vier Schwestern das ehemalige Pfarrhaus der Heilig-Kreuz-Kirche an der Scharnhölzstraße. Heute sind sie mit Schwester Beate Harst (63), Schwester Karin Ripp (68) und Schwester Gertrud Dederichs (73) noch zu dritt dort. Zu ihnen gehören auch sieben Assoziierte Mitglieder aus Deutschland und den Niederlanden – also Menschen, die nicht dem Orden angehören, aber in enger Verbindung zu ihm stehen.

 

Begonnen mit dem Schwerpunkt auf körperlicher Heilung, setzt sich die Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern heutzutage für Heilung im umfänglichen Sinne ein. Das schließt auch die Suche nach Frieden, Gerechtigkeit und die Sorge nach der Schöpfung mit ein sowie eine besondere Aufmerksamkeit für die Nöte von Frauen und Kindern. „Wir erleben uns als Teil der Weltgemeinschaft und blicken aufs Ganze“, sagt Schwester Beate. Der Austausch untereinander, der Blick über den Tellerrand sei wichtig. Dabei seien sie sich bewusst, dass ihre Missionsprojekte vor allem durch Vernetzung mit weiteren Partner funktionierten.

 

„Das Haus Gottes unter den Menschen sein“ – so hatten sie ihren Auftrag zu Beginn ihrer Zeit in Bottrop formuliert, erklärt Schwester Karin. „Wir wollen mit den Menschen hier leben und ihnen begegnen“, ergänzt Schwester Beate. „Wir möchten für Menschen da sein, die auf der Suche sind und die sich verorten wollen.“ Weniger mit Worten als im Zuhören wollten sie mit ihnen das Potenzial entdecken, das Gott in jeden Menschen gelegt habe. Der Heilungsauftrag, der Schwerpunkt ihrer Spiritualität ist, sei von Anfang an Teil des Sendungsauftrags Jesu gewesen, so Schwester Karin.

 

Alle drei Schwestern waren in den vergangenen Jahren auch im Ausland tätig: Schwester Beate in Ghana, Schwester Karin und Schwester Gertrud in Kenia, Letztere auch in London und Chicago. Sie alle haben unterschiedliche Berufe gelernt. Schwester Beate ist Gemeindereferentin, Schwester Karin Ärztin und Schwester Gertrud Lehrerin und Sozialarbeiterin. Während Schwester Beate und Schwester Gertrud lange in der Krankenhausseelsorge tätig waren, arbeitet Schwester Karin seit zehn Jahren für das Gesundheitsamt der Stadt Bottrop. Schwester Gertrud ist nun eigentlich „in Rente“. Doch immer noch ist sie mit im Leitungsteam der Gemeinschaft in den Niederlanden, außerdem in den Finanzgremien des Ordens mitverantwortlich. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt für Schwester Beate in der geistlichen Begleitung von Menschen auf ihrem Such- und Lebensweg, besonders auch in Krisenzeiten zum Beispiel in Abschieden und Trauer. Diese geistliche Arbeit möchte anknüpfen an die Suche von Menschen nach Orientierung und Sinn, aber auch nach Stille, Heilung und Gotteserfahrung. Sie bietet Exerzitien-Begleitung an, Kontemplation und Meditation, Pilgern für Frauen oder Tage der Achtsamkeit für Menschen in Trauer. Einmal im Monat lädt sie zum Abendgebet „Hoffnung tanken am Abend“ in der St.-Cyriakus-Kirche ein, ist außerdem Teil des „team exercitia“, das spirituelle Angebote von Hattingen aus vor Ort und in anderen Städten des Ruhrgebiets und darüber hinaus anbietet.

 

Die Missionsärztlichen Schwestern weltweit wissen sich einem ganzheitlichen Ansatz von Heilung verpflichtet. Sie sehen ihre Arbeit in allen Ländern als Antwort auf konkrete Nöte vor Ort - physische, seelische und auch spirituelle Nöte und begleiten die Menschen auf ihrer Suche nach ganzheitlicher Heilung. Weltweit bewegen sie die existienziellen Anliegen von Menschen wie Armut, Obdachlosigkeit, Frauenfragen oder mangelnde gesundheitliche Versorgung. Die weltweiten Kriege und die ökologische Krise machen immer mehr Menschen heimatlos und zu Flüchtlingen.

 

In all dem haben auch seelische und spirituelle Fragen von Menschen ihren Platz, was in Bottrop ein Schwerpunkt der Arbeit ist. Die Schwestern laden Menschen ein, an verschiedenen Formen ihres Gebetes teilzunehmen. Sie sind offen für die Fragen der Menschen, hören und sehen genau hin, was sie brauchen. Ganz im Sinne ihrer Ordensgründerin Anna Dengel, die einst sagte: „Wir müssen uns den Nöten anpassen, die Nöte werden sich nicht uns anpassen. Wir dürfen uns niemals scheuen, uns zu ändern falls nötig.“

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Ablauf der Jubiläumsfeier am Sonntag, 29. Juni in Bottrop:

 

11.15 Uhr: Eucharistiefeier in St. Cyriakus, mitgestaltet von Missionsärztlichen Schwestern und Assoziierten, dem Chor Cantamus unter Leitung von Regina Gahlen und Kantorin Ursula Kirchhoff

 

12.30 Uhr: Mittagsimbiss à la Ruhrpott in und um STÜCK.gut am Kirchplatz

 

13.15 Uhr: Begegnung im Weltcafé mit Schwestern und Assoziierten aus Ghana, Indien, Pakistan, Frankfurt, Berlin, Duisburg, Bottrop etc.; dazu gibt es Kaffee und Kuchen

 

14.30 Uhr: Gemeinsamer Abschluss mit einer Überraschung

 

Die Missionsärztlichen Schwestern bitten für das Programm nach der Heiligen Messe um Anmeldung an E-Mail b.harst(at)mms-de.org oder Telefon 02041-772454. Der Imbiss und das folgende Programm sind kostenlos. Die Missionsärztlichen Schwestern freuen sich allerdings über eine Spende für SonntagsSatt.

 

Weitere Informationen zu den Missionsärztlichen Schwestern, ihrer Geschichte und ihrem Wirken sowie zum Jubiläum auf www.missionsaerztliche-schwestern.org

 

 

Weitere Info: Anna Dengel

 

Die Missionsärztlichen Schwestern (Medical Mission Sisters) wurden am 30. September 1925 von der österreichischen Ärztin Dr. Anna Dengel in Washington/USA gegründet. Der frühe Tod ihrer Mutter motivierte sie, sich für eine medizinische Versorgung von Frauen in armen Ländern des globalen Südens einzusetzen.

 

Aufgrund des kirchenrechtlichen Verbots medizinischer Tätigkeit durch Ordensleute verzichteten die Schwestern zunächst auf die Ablegung öffentlicher Gelübde, waren stattdessen eine „Pia Societas“ (fromme Gemeinschaft). 1936 erwirkte Anna Dengel eine Änderung des Kirchenrechts, woraufhin die Schwestern als Ordensfrauen den vollen medizinischen Dienst ausüben konnten.

 

Am 15. August 1941 legten Anna Dengel und die ersten Schwestern ihre Ewigen Gelübde ab. Die Gemeinschaft wuchs schnell und eröffnete Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitsstationen weltweit.

 

In Deutschland leben Missionsärztliche Schwestern in Essen, Bottrop, Duisburg, Frankfurt und Berlin.

 

 

 

 

 

 



Ludger Schollas ist neuer Pastoralreferent für Bottroper Pfarreien

„Leben ist da, wo du noch nicht warst. Alles andere ist Wiederholung“. Dieses Zitat hat Ludger Schollas zu seinem Lebensmotto gemacht. Er liebt die Herausforderung und mit ihr die Veränderung. Durch sie kann und will er weiterwachsen. Ganz in diesem Sinne war Ludger Schollas bereits an ganz unterschiedlichen Stellen im Bistum Essen tätig. Nun wurde der 58-Jährige zum 9. März als Pastoralreferent für die Pfarreien St. Cyriakus und St. Joseph ernannt.

 

Zu seinen Aufgabenfeldern in Bottrop wird die Weiterentwicklung sozialpastoraler Angebote gehören, darüber hinaus auch die Mitarbeit im Bottroper Prozess „Christlich leben. Mittendrin“. „Es wäre vermessen zu sagen, dass ich mit einer fertigen Idee nach Bottrop komme“, erläutert Ludger Schollas. „Ich muss zunächst schauen und fragen, was die Menschen vor Ort brauchen und was sie wollen.“

 

Diese Behutsamkeit mit Menschen umzugehen, sich gemeinsam mit ihnen auf die Suche nach ihren Antworten zu begeben, erlernt er in den ersten 19 Jahren seines Berufsweges als Krankenhausseelsorger in Bochum und Essen. „Das war eine wichtige Zeit für mich, die mich in meiner Haltung und meiner pastoralen Arbeit bis heute sehr geprägt haben“, sagt Schollas. Nach dem Studium der Theologie in Bochum und Würzburg gehört er 1994 zu den ersten Pastoralreferenten im Bistum Essen. Er arbeitet zwölf Jahre in Bochum, sieben Jahre in Essen, wo er auch als Diözesanreferent für die Krankenhausseelsorge sowie als Dozent für die Katholische Schule für Pflegeberufe tätig ist. Für Schollas spielt währenddessen das Thema Ethik in Krankenhäusern eine zentrale Rolle. Er ist an der Gründung von Ethik-Kommitees beteiligt und im ganzen Bistum als Referent unterwegs. „Zu dieser Zeit gab es noch nicht so viel Expertise auf diesem Gebiet“, erklärt er.

 

Auch wenn ihn diese Arbeit erfüllt, ist es nach 19 Jahren Zeit für eine Veränderung. Ludger Schollas will sich ein neues Feld erobern und Erfahrungen darin sammeln, „was es heißt, in einem anderen Arbeitsfeld Theologe und Seelsorger zu sein“. 2013 wechselt er in die Gladbecker Pfarrei St. Lamberti. Dort arbeitet er federführend im Pfarreientwicklungsprozess mit. Ab 2016 schiebt er mit weiteren ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das im Votum beschriebene Projekt „K4“ mit an, ein Sozialpastorales Zentrum, das Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Migrationsgeschichte bereithält. „Hier haben wir in kurzer Zeit richtig viel geschafft und das Projekt auf die Füße gestellt“, zieht Schollas ein Fazit. Doch schließlich ist auch dieser Projektauftrag beendet und Zeit für etwas Neues.

 

2019 übernimmt er die Leitung der Arbeitsstelle Pfarreientwicklung im Bischöflichen Generalvikariat. Dafür bringt er die erforderlichen Voraussetzungen mit, ist nach all den Jahren im Bistum „gut verdrahtet“. Von 2022 bis 2024 ist er in Co-Leitung auch für den Bereich Pastoralentwicklung zuständig, leitet zudem den neu angestoßenen Prozess „Christlich leben. Mittendrin“. Nach fünf Jahren mit vielen Sitzungen und langen Arbeitstagen ist er unzufrieden, obwohl er in einem tollen Team arbeitet. Es ist ein Wendepunkt für den dreifachen Familienvater als sein Sohn schwer erkrankt und er über mehrere Wochen dem „Tod täglich ins Auge schaut“. Viele Fragen stellen sich ihm in dieser Phase, so auch diese, womit er seine weitere Lebenszeit noch verbringen möchte. Und wieder ist Ludger Schollas an einem Punkt angekommen, der nach einer Veränderung ruft und ihn nun nach Bottrop geführt hat.

 

Die Stadt ist für ihn neu, sein bisheriger Eindruck positiv. Das Haus am Kirchplatz 2-3, das mit seiner zentralen Lage und den großen Glasfenstern für eine Offenheit in die Stadt hinein stehe, findet er hochattraktiv – und bezieht das auch auf seine Rolle als Christ: „Wir müssen uns nach außen hin öffnen“, ist sich Schollas sicher. „Wir müssen neu entdecken, welchen Beitrag wir als Christen in der Gesellschaft leisten wollen.“ Noch nie habe es in der Kirche so viele Gestaltungsmöglichkeiten gegeben wie jetzt. Diese sieht er weniger im liturgischen als im diakonischen Bereich, also im Dienst an den Menschen. Gerade heute, wo die Institution Kirche an Bedeutung verliere, müsse diese Orientierung bieten können – ohne dabei in ein starres System zu verfallen. „Wir müssen die Stadt als pastoralen Raum betrachten“, sagt er, „und schauen, wo es Möglichkeiten gibt, hier aktiv zu sein“.

 

Auf die direkte Zusammenarbeit mit den Bottroperinnen und Bottropern freut er sich. Er bezeichnet sich als „Vereinsmeier“, der immer den Kontakt zu anderen gesucht hat. Aufgewachsen im eher ländlich geprägten Datteln, wo er bis heute wohnt, war er unter anderem Mitglied im Blasorchester und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Schollas betont: „Unter den Menschen bin ich richtig.“

 

Weitere Information

Ludger Schollas ist am Kirchplatz 2-3 erreichbar, Telefon 02041-69 02 – 86, E-Mail [email protected]


Pfarrei und Stadt eröffnen neuen Jugendtreff in der Innenstadt

Eröffnung des JuMi mit Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert, Jugendamtsleiterin Daniela Bockholt, CDU-Ratsherr Bastian Hirschfelder, Martin Oppermann, Propst Jürgen Cleve, Jana Peitz, SPD-Ratsherr Matthias Buschfeld und Henning Welz (v.l.)
Eröffnung des JuMi mit Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert, Jugendamtsleiterin Daniela Bockholt, CDU-Ratsherr Bastian Hirschfelder, Martin Oppermann, Propst Jürgen Cleve, Jana Peitz, SPD-Ratsherr Matthias Buschfeld und Henning Welz (v.l.)

Das JuMi ist eröffnet: Der Offene Jugendtreff der Pfarrei St. Cyriakus und der Stadt Bottrop ist eine neue Anlaufstelle in der Bottroper Innenstadt. „Jugend Mittendrin“ – so der komplette Name – richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren. Auf zwei Etagen finden sie in der Hansastraße 17 Spieleangebote wie Kicker, Billard oder eine Playstation. Genauso aber auch einen ruhigen Platz zum Lernen und Lesen sowie Ansprechpartner, mit denen sie über Probleme oder tägliche Belange des Lebens reden können und die ihnen gegebenenfalls weiterhelfen.

 

Mit einem Team aus Honorarkräften wird JuMi von der Sozialarbeiterin Jana Peitz geleitet. Sie teilt sich an der Hansastraße ein Büro mit Sozialarbeiter Henning Welz, der mit „Jugend in die Mitte“ in der aufsuchenden Jugendarbeit in Bottrop vor Ort ist. Auf diese Weise stehen sie zukünftig in direkter Verbindung, um sich auszutauschen und auch gemeinsame Angebote zu entwickeln.

 

Bei der Eröffnung am Montag, 7. April, konnten sich die Gäste aus der Stadtverwaltung, den beiden Bottroper Pfarreien, der Caritas und dem SkF ein Bild der neuen Einrichtung machen. Noch sind die Wände weiß und die Regale leer – doch das ist auch Absicht. Denn die Gestaltung der Räume soll bewusst in den Händen der Besucherinnen und Besuchern des JuMi liegen und ihnen die Möglichkeit geben, selbst kreativ zu werden.

 

Mit der neuen Einrichtung „kommen wir ihnen mit Sicherheit entgegen“, ist sich Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert sicher. Die Innenstadt werde ansonsten eher als ein Ort wahrgenommen, an dem nicht so viel stattfindet. „Ich freue mich, dass es heut losgeht“, sagte sie und dankte für die gute Zusammenarbeit. Propst Jürgen Cleve, der die neuen Räume segnete, betonte ebenfalls die Bedeutung des Ortes für junge Menschen. „Hier können sie herausfinden, wer sie wirklich sind und wer sie sein können.“

 

Martin Oppermann, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Cyriakus, sprach über die Tradition, die Jugendarbeit in der Pfarrei habe, ebenso über die vielen Gespräche, die zur Zusammenarbeit zwischen Stadt und Pfarrei geführt haben. Er zeigt sich froh darüber, auf diese Weise nun aufsuchende und stationäre Jugendarbeit zusammenzubringen. Das JuMi solle ein einladender Ort werden, der sich mit seiner Arbeit weiter in die Stadtgesellschaft vernetzen möchte. Mit Bezug auf den Namen des Jugendtreffs betonte er: „Wir wollen hier mittendrin sein.“

 

 

Weitere Information

Das JuMi ist montags bis donnerstags von 15 bis 20 Uhr und freitags von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Mehr auch auf Instagram: jumi_bottrop

 

 


Wegekreuz findet neuen Standort Am Timpenkotten/Beckstraße

Über vier Jahrzehnte hatte das „Kreuz im Mödderich“ seinen Platz an der Möddericher Straße: Jetzt wurde es an der Straße Am Timpenkotten/Ecke Beckstraße neu aufgestellt. Bei einer Feier am Samstag, 5. April, mit Propst Jürgen Cleve und Diakon Thorsten Schrüllkamp wurde das Wegekreuz an seinem neuen Standort gesegnet.

 

Aufgrund eines Eigentümerwechsels hatten das Wegekreuz sowie der nebenstehende Bildstock mit einem Abbild der „Schönstätter Madonna“ von seinem ursprünglichen Platz entfernt werden müssen. Bei dieser Gelegenheit wurde das Wegekreuz komplett restauriert und das Bild der Madonna in den unteren Teil des Kreuzes integriert.

 

Bei der Segensfeier mit fast 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrüßte Propst Cleve unter den Gästen nicht nur Kinder der benachbarten KiTa St. Hedwig, die das Kreuz mit Tulpen in einer selbstgebastelten Vase schmückten. Als besondere Gäste richtete er sich an diesem Morgen auch an Eva-Maria Schmeier und Bernadette van Gessel. Sie sind Töchter des mittlerweile verstorbenen Ehepaares Wilhelm und Eva van Gessel, die Kreuz und Bildstock gestiftet hatten.

 

Beide zeigten sich sehr gerührt, dass das Kreuz der Eltern nach seinem Abbau einen neuen Platz gefunden hat. Für die Segensfeier hatten sie eine Kerze mit Halter mitgebracht, die Wilhelm van Gessel gestaltet hatte. Als Anhänger der Schönstattbewegung hatte er die Kerze mit einem sogenannten Vaterauge verziert, ein dreieckiges Symbol für das Gottesbild Schönstatts. Der Kerzenhalter zeigte die Form einer Krone, als Zeichen für die Krone Mariens. Denn nachdem seine Mutter in den letzten Kriegstagen durch einen Granatsplitter auf offener Straße ums Leben gekommen war, hatte Wilhelm van Gessel sein Leben besonders der Gottesmutter Maria widmen wollen. Er stiftete nicht nur das „Kreuz im Mödderich“, sondern auch das Kreuz an der Horster Straße gegenüber der St.-Joseph-Kirche sowie die Marienstele an der Aegidistraße. Alle Standorte hatten eine besondere Bedeutung für den früheren Bäcker- und Konditormeister und miteinander verbunden ergeben sie wie das Vaterauge ebenfalls die Form eines Dreiecks.

 

Mit dem neuen Standort Am Timpenkotten habe das Dreieck zwar etwas an Form verloren, könne aber solches noch durchgehen, meinte Eva-Maria Schmeier. Propst Cleve zeigte sich zuversichtlich, dass das Kreuz auch an dieser Stelle wieder ein Anziehungspunkt für viele Menschen werden wird. Auch an der Möddericher Straße war das Kreuz oft aufgesucht worden, was immer wieder dort aufgestellt Kerzen verraten hatten. Nachdem es entfernt worden war, hatte es zahlreiche Anfragen nach dem Verbleib des Kreuzes gegeben. Ganz offenbar scheinen sich viele Bottroper mit dem Kreuz verbunden zu fühlen. Spätestens im Mai wird es auch für die Jüngsten in der Pfarrei St. Joseph ein Ziel sein. Denn dann wird Diakon Schrüllkamp dort mit Kindern der KiTa St. Hedwig eine Maiandacht feiern.

 

 

Weitere Information

Das Kreuz wurde im Jahr 1984 zu Fronleichnam eingeweiht. Der Korpus ist ein Polyesterabguss des historischen Kreuzes vom Alten Friedhof an der Horster Straße, das lange in der Cyriakuskirche hing. Später wurde der Korpus am Hüttermannschen Kreuz angebracht, wo er durch Wetter und Kriegseinflüsse stark beschädigt wurde. Für die heutige Christusfigur ergänzten der Bottroper Maler Heinz Eickholt und der Präparator am Museum für Ur- und Ortsgeschichte Martin Walders das Original um Hand und Füße. Sie modellierten die Figur in Ton nach und schufen dann den Kunststoffabguss. Die ursprünglichen Kreuzbalken waren alte Spurlatten aus einem Zechenförderschacht. Diese wurden nun durch Eichenholz ersetzt.

 


Festjahr in St. Suitbert: Vom Kirchenkino zum Kneipenquiz

Das Programm kann sich sehen lassen. Mit über 20 Veranstaltungen wird das ganze Jahr über in St. Suitbert Jubiläum gefeiert. Das Angebot zum 70-Jährigen der Kirchweihe ist vielfältig: Von Kirchenführungen, Glaubensgesprächen, Konzerten, Kirchenkino, Lesungen und Vorträgen bis hin zum Kneipenquiz ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 4. bis zum 6. Juli, wenn gleich über drei Tage gefeiert wird. „Es kamen so viele Ideen zusammen, dass es eigentlich nur ein ganzes Festjahr werden konnte“, berichtet Christoph Ostgathe aus dem rund 20-köpfigen Vorbereitungskreis.

 

Und es gibt noch mehr Grund zum Feiern: Der Familienchor St. Suitbert kann auf sein 15-jähriges Bestehen zurückblicken, und auch das Malteserstift St. Suitbert gibt es nun seit 10 Jahren. Das Sommerfest der Pflegeeinrichtung am Samstag des Jubiläumswochenendes ist in das Programm miteingebunden. Mit der Aktion „70 Jahre – 70 Sternstunden“ werden außerdem Engagierte gesucht, die für die Seniorinnen und Senioren des Malteserstiftes Ideen entwickeln oder diese mitumsetzen und ihnen damit 70 Angebote, also 70 Sternstunden schenken.

 

Im Sommer 2024 hatte das Vorbereitungs-Team aus Vonderort angefangen zu planen. Um Mitstreiter zu gewinnen, hatten sie über die Gemeinde hinaus in ganz Vonderort angefragt, auch bei Schulen, Kindergärten und Vereinen. Denn das Jubiläum soll ein Fest für den gesamten Stadtteil sein. In diesem Sinne wird sich das Kneipenquiz am 19. März in vier Fragerunden nicht nur um St. Suitbert, sondern um das Wissen der Mitspieler über ganz Vonderort drehen. „Es war unser Ziel, uns für den Stadtteil zu öffnen“, erklärt Beate Feldges, ebenfalls aus dem Vorbereitungs-Team und Leiterin des Familienchores. Über 20 Teams haben sich für den Abend im Restaurant Laguna angemeldet. Zwei Stunden vor dem Start kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits zum gemeinsamen Essen zusammen.

 

Der starke Zulauf überrascht das Vorbereitungsteam eigentlich nicht. Denn „man kennt sich“ in Vonderort, so Beate Feldges weiter. „Das macht den Zusammenhalt aus.“ Auch der Bottroper Podcast „BOTTcast“ berichtete mit den Gästen Christoph Ostgathe und Susanne Grünewald vom Förderverein St. Suitbert über das Jubiläum und Vonderort. Der Stadtteil werde auch das „Dorf in Bottrop“ genannt. Hier gebe es keinen Durchgangsverkehr und auch keine Ampel. „Wer hierhin will, muss es schon wollen“, lacht Beate Feldges. Wie eine kleine Enklave sei der Stadtteil, meint auch Christoph Ostgathe.

 

Mit der Umstrukturierungsphase im Bistum Essen war die Zukunft der St.-Suitbert-Kirche vor mehr als zehn Jahren ungewiss. Heute ist das Gebäude nicht mehr im Besitz der Kirchengemeinde. Doch mit dem Bau des Stiftes ist es Teil eines sozial-karitativen Gesamtkonzeptes, das mit dem Investor Oliver Helmke und unter der Verantwortung der Malteser dem Stadtteil Vonderort und seinen Bewohnern erhalten bleiben konnte. Mit der dortigen Kindertagesstätte und dem Malteser-Stift ist ein generationsübergreifender Ort entstanden. Ein Modell, das gelungen ist, findet Christoph Ostgathe. Es erhalte kirchliches Leben vor Ort.

 

Zurzeit bastelt der Vorbereitungskreis an einer Chronik über die Kirche und Vonderort. Wenn möglich soll auch ein Teil davon in Form einer Ausstellung gezeigt werden. Vielleicht klappt das bereits zum großen Jubiläumsfest im Juli. Ansonsten ist geplant, dass der Freitag des Jubiläums-Wochenendes mit einem Festakt beginnt. Am Samstag folgt das Sommerfest der Malteser, während der Sonntag ähnlich wie ein Gemeindefest gestaltet sein wird. Der Gottesdienst, der an diesem Tag nicht fehlen darf, wird von Thomas Zander zelebriert, dem früheren Essener Dompropst und jetzigen Propst der Gladbecker Propsteifarrei St. Lamberti. Musikalisch gestalten werden den Gottesdienst die Essener Domsingknaben.

 

Abgesehen von den bereits bestehenden, könnten weitere Programmpunkte im Laufe des Jubiläumsjahres durchaus noch dazukommen, sagt Beate Feldges. Um alle Interessierten stets auf dem neuesten Stand zu halten, hat der Vorbereitungskreis eine eigene Homepage ins Leben gerufen und bespielt darüber hinaus die Social-Media-Kanäle Instagram und Facebook. Verpassen dürfte also rund um das Jubiläum niemand etwas.

 

 

Weitere Informationen

Alle Termine und weiteren Informationen finden sich auf der Homepage www.suitbert-vonderort.de. Die Angebote sind bis auf das Kneipenquiz kostenlos. Spenden für den Förderverein werden gerne angenommen.

 

 

Informationen zum heiligen Suitbert

 

Im Jahr 1952 hatte die Bottroper Abpfarrung der Osterfelder Propsteigemeinde St. Pankratius den heiligen Suitbert als Schutzpatron gewählt. Damit wollte sie die Erinnerung an den ältesten, geschichtlich nachweisbaren Missionar der Emscherzone wachhalten.

 

Aus England stammend, kam Suitbert als Missionsbischof zunächst nach Friesland, dann an Ruhr und Lippe. Als sein Werk von heidnischen Sachsen zerstört wurde, verlegte er seine Tätigkeit auf den Bereich rund um das heutige Düsseldorf. 695 gründete er auf einer ihm geschenkten Rheininsel das Benediktinerkloster Swidbertswerth - später Kaiserswerth -, dem er als Abt vorstand.

 

Suitbert starb am 1. März 713, sein Gedenktag ist der 4. September.

 

 



Pfarrei begrüßt Menschen in neuer Wohnung mit Brot und Salz

Christiane Hartung (l.) und Britta Walkowiak
Christiane Hartung (l.) und Britta Walkowiak

„Brot und Salz – Gott erhalt’s“ – mit diesem Wunsch werden jetzt Menschen, die in der Pfarrei St. Cyriakus eine neue Wohnung bezogen haben, begrüßt. Passend dazu erhalten sie einen Gutschein für ein Brot der Bäckerei Sporkmann, ein Tütchen Salz und einen Brotbeutel. Ein dazugelegtes Anschreiben wünscht den Menschen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.

 

„Wir wissen, dass so ein Umzug oft mit vielen Anstrengungen und Veränderungen verbunden ist“, sagt Gemeindereferentin Britta Walkowiak. „Da tut ein freundlicher Gruß und ein guter Wunsch oft gut.“ Deshalb hat das Pastoralteam diese Idee entwickelt und umgesetzt. „Zugleich gibt uns das die Möglichkeit, neu Zugezogenen zu zeigen, zu welcher Pfarrei sie gehören und wie wir zu finden sind“, ergänzt Gemeindereferentin Christiane Hartung. Die Willkommenspakete werden von ihnen und ehrenamtlichen Helfern zu den Menschen in ihr neues Zuhause gebracht. Für das vergangene Jahr sind das 386 Briefe. Zukünftig werden die Willkommenspakete quartalsweise verteilt.

 

„Wir hoffen, dass das kleine Geschenk noch lange Freude macht“, erklärt Christiane Hartung. Auch wenn der Gutschein eingelöst und Brot und Salz aufgebraucht sind, werde der Beutel aus Stoff sicherlich nicht weggeworfen und könne stattdessen weiter genutzt werden. Die überlieferte Tradition, Menschen in ihrer neuen Wohnung Brot und Salz zu schenken, greife alte Zeichen auf, die „tief mit unserem Leben verbunden sind“, erinnert das Grußschreiben. Brot sei ein grundlegendes Lebensmittel, das nie fehlen solle. Salz gebe Geschmack und könne haltbar machen, als Wunsch für Gutes und Verlässliches im Leben.

 

„Gleichzeitig lenkt der Wunsch ,Brot und Salz - Gott erhalt’s‘ den Blick auf Jesus“, erinnert Britta Walkowiak. „Ihr seid das Salz der Erde“, habe Jesus zu seinen Jüngern gesagt, sich selbst als das „Brot des Lebens“ bezeichnet. Um die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen, könne Jesus Hilfe und Kraft sein. Und eine Ermutigung, die eigenen Möglichkeiten und Gaben für andere einzusetzen, denn jeder Mensch habe nicht nur für sich und seinen kleinen Kreis Bedeutung, sondern auch für die Gemeinschaft um ihn herum. „So bauen wir gemeinsam Nachbarschaft, Gemeinde und auch Stadtgesellschaft.“

 

Deshalb sei es dem Pastoralteam wichtig, Wertschätzung auszudrücken und ein Angebot zu machen, gerade in einer Zeit, in der viele das Gefühl haben, dass Kirche ihnen ferner rückt. Die Willkommenspakete zu packen und zu verteilen, sei für die Pfarrei mit einem erheblichen, nicht zuletzt auch finanziellen Aufwand verbunden. Doch Christiane Hartung macht deutlich: „Das ist es uns wert. Es ist eine Investition in Menschen.“

 


Pastor Keinecke wird am 17. Januar aus der Pfarrei verabschiedet

Der Hut gehört zu seinen Markenzeichen: Pastor Peter Keinecke.
Der Hut gehört zu seinen Markenzeichen: Pastor Peter Keinecke.

Sein Weg als Priester hat ihn einmal quer durchs Bistum Essen geführt: Geboren im sauerländischen Werdohl war Peter Wilhelm Keinecke in Gelsenkirchen, Essen und Duisburg tätig, dann auch im Sauerland und schließlich in Bottrop. Dort möchte der Pastor aus St. Cyriakus zukünftig auch bleiben, wenn er Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Nach einer halbjährigen Pause wird der 70-Jährige wieder einzelne Aufgaben in der Pfarrei übernehmen. In welchem Umfang und in welcher Art – das wird sich zu gegebener Zeit zeigen.

 

Dabei ging es für Peter Keinecke beruflich zunächst in eine ganz andere Richtung. Nach der Volksschule macht er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und arbeitet als Schuhverkäufer. Er soll das Geschäft seiner Eltern übernehmen, die die familiäre Tradition im Schuhmachergewerbe und –handel seit 300 Jahren fortführten.

 

Doch es kommt anders. Peter Keinecke springt für einige Monate als Küster in seiner Gemeinde ein, da dieser unerwartet verstorben ist. Vor und nach den Messen ist er oft alleine in der Kirche. „Diese Zeit habe ich wie eine Aufforderung zum Gebet empfunden“, erinnert sich Keinecke. „Es war, als wenn jemand zu mir sagte: Suche mich.“ Es ist nicht nur das Gebet und die Suche nach Gott, - immer mehr reift in ihm der Wunsch, Priester zu werden. Er wehrt sich zunächst dagegen. „Das war einfach zu ungewöhnlich, zu anders“, empfindet er es damals. Seine Ausmusterung aus der Bundeswehr nach nur drei Wochen versteht er nicht als Zeichen, macht stattdessen ein Praktikum im Josefsheim in Bigge/Olsberg und arbeitet dort mit Menschen mit Behinderung.

 

Immer mehr verfestigt sich jedoch das Ziel, Priester zu werden. In Bad Driburg macht Keinecke am Clemens-Hofbauer-Kolleg sein Abitur. Er studiert schließlich Theologie in Bochum und Würzburg. 1986 wird er in St. Augustinus in Gelsenkirchen zum Priester geweiht. Bei seiner Primiz wird er gefragt, wie er seine zukünftige Aufgabe und Rolle wahrnehme. Diese sehe er darin, die Menschen daran zu erinnern, als Getaufte die Güte Gottes und das Evangelium auszustrahlen. Der priesterliche Dienst aus der Taufe sei allen Christen anvertraut.

 

Nach Kaplansjahren in St. Barbara in Gelsenkirchen-Erle und St. Ludgerus in Essen-Werden wird Peter Keinecke 1993 Pfarrer in Christi Himmelfahrt in Essen-Fischlaken. Dort bleibt er acht Jahre bis er von 2001 bis 2006 Pfarrer von St. Michael und St. Petrus Canisius in Duisburg-Wanheimerort wird. Im Anschluss übernimmt er die Pfarrstelle in St. Maria Immaculata in Meinerzhagen – die in dieser Zeit als erste der Großpfarreien im Bistum Essen an den Start geht. Die Pfarrei umfasst auch Kierspe und Valbert in der sauerländischen Diaspora mit einer Ost-West-Ausdehnung von 30 Kilometern.

 

Keineckes Wirken ist in seinen Jahren als Kaplan und Pfarrer stark geprägt von der Vorbereitung auf die Erstkommunion und der Arbeit mit Familien, aus der zahlreichen Kreise entstehen. Immer wieder ist es auch die Bibelarbeit, die ihn beschäftigt und für die er in allen Pfarreien Menschen begeistern kann. „Die Bibel ist für mich wie ein Zuhause“, erklärt Keinecke. „Sie gibt mir Impulse, über mein eigenes Leben und das meiner Mitmenschen nachzudenken und in Beziehung zu Gott zu sein.“ Vor allem das Markus-Evangelium interessiert ihn, als das älteste der vier Evangelien. Darüber hat er sogar ein Buch geschrieben. Mi einer Co-Autorin versucht er darin Antworten auf die Fragen zu geben versucht, die Jesus in dem Evangelium stellt und die Leser einlädt, das Gleiche zu tun. Großen Einfluss auf sein persönliches Glaubensleben hat auch die Spiritualität Charles des Foucaulds. Mit „Jesus Caritas“ gehört er einer Brudergemeinschaft der Priester des Wüstenmissionars an. Zu den monatlichen Treffen gehören Anbetung in Stille, Bibelgespräch und Lebensreflexion.

 

Es ist im Jahr 2014 als Peter Keinecke eine Auszeit braucht und sich diese auch nimmt. Hinzu kommen schwere gesundheitliche Probleme. Als er sich wieder stark genug fühlt, führt ihn sein Weg 2018 nach Bottrop. Die Stadt ist ihm unbekannt, doch er fühlt sich schnell dort wohl und kann sich vorstellen, hier zu leben. Schwerpunkte seiner Arbeit als Pastor in St. Cyriakus sind die Arbeit in Altenheimen, die Krankenkommunion und Krankensalbung, Beerdigungen, aber auch Taufen, sowohl von Kindern als auch Erwachsenen. Auch um Menschen, die konvertieren oder wieder in die Kirche eintreten möchten, kümmert er sich. Nicht zuletzt bringt er auch in Bottrop Menschen wieder das Gespräch über die Bibel näher, zuletzt über die Apostelgeschichte, die sich mit den Ursprüngen und Anfängen der Kirche beschäftigt.

 

Für die nun anstehende freie Zeit hat sich Peter Keinecke viel vorgenommen. In den kommenden Wochen steht unter anderem eine Wanderung am Hadrianswall an der englisch-schottischen Grenze an. Auch auf eine bereits lang geplante Rundreise durchs Baltikum mit seinem Bruder Heinz-Otto freut er sich. Vielleicht findet er im Ruhestand auch wieder mehr Zeit für seine Hobbys, fürs Fotografieren und Kochen. Ein gelingendes Rezept nicht für das leibliche Wohl, aber für die Kirche der Zukunft formuliert Keinecke folgendermaßen: „Wir müssen in gutem Kontakt mit Gott und auch mit uns selbst sein.“ Dann könnten wir als Christen heilsam und hilfreich in dieser Welt sein. „Wir müssen Gott hören und die Fragen anderer erkennen.“


Obdachlosigkeit in Bottrop nimmt zu

In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Erscheinungsbild der Innenstadt verändert. War es bisher für Bottrop eher untypisch, so sind seit einem Jahr immer mehr obdachlose Menschen auf den Straßen zu sehen. Konkret geht es um drei Frauen und vier Männer, weiß Jeanette Kuhn, Pressesprecherin der Stadt Bottrop, zu berichten. Dass diese Zahlen bekannt sind, zeigt deutlich: Die Stadtverwaltung hat diese Entwicklung im Blick. „Wir bemerken in den vergangenen 12 Monaten eine sichtbare Obdachlosigkeit, die wir so vorher nicht kannten“, sagt auch Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert. Die Stadtverwaltung nehme das Thema sehr ernst und möchte zukünftig noch mehr anbieten, als es bisher der Fall ist. „Wir müssen Hilfsangebote nachjustieren und weitere Lösungen finden“, so die Sozialdezernentin. Aus diesem Grund gebe es derzeit Gespräche mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), deren Ergebnisse vermutlich im kommenden Frühjahr vorgestellt würden.

 

Eine wichtige Anlaufstelle für obdachlose Menschen in Bottrop ist nicht nur die Notunterkunft am Borsigweg, sondern auch die Evangelische Sozialberatung (ESB). „Wir haben zu diesen Menschen Kontakt“, erklärt Oliver Balgar von der ESB. Brüche in ihrem Leben, Schicksalsschläge, psychische Erkrankungen oder Suchtprobleme hätten sie aus der Bahn geworfen. „Vielen haben noch eine ,Bleibe’“, erläutert Balgar. Sie kämen als „Sofahopper“ bei Freunden und Familie unter. Die ESB bietet ihnen nicht nur Beratung, sondern auch eine Postanschrift, was zwischen 250 und 300 Personen nutzen.

 

Doch immer wieder gebe es Nachfragen nach Menschen, die auf der Straße leben und draußen schlafen und die nicht in einer Notunterkunft oder bei Bekannten Unterschupf finden. „Viele sind diesen Menschen gegenüber in Bottrop sehr hilfsbereit“, sieht es Carina Dill von der ESB, die diese Nachfragen entgegennimmt. „Die Menschen rufen nicht an, weil sie sich gestört fühlen, sondern weil sie sich Sorgen machen.“ Fakt jedoch sei: „Es muss niemand draußen schlafen“, sagt Sozialamtsleiter Sascha Borowiak. In der Notunterkunft am Borsigweg gebe es 80 Plätze, die bei Bedarf aufgestockt werden könnten und wozu ist die Stadt auch verpflichtet sei.

 

Es gebe jedoch Menschen, die dieses Angebot nicht wahrnehmen wollten oder könnten, sei es aus Krankheitsgründen oder weil sie sich in einer Notunterkunft mit vielen anderen eingeengt fühlten. „Wir lassen diese Menschen nicht alleine“, betont Karen Alexius-Eifert. „Aber man kann niemanden zwingen, Hilfe anzunehmen.“ Eingreifen lasse sich nur, wenn Menschen selbst- oder fremdgefährdend seien. Ein Ansatz für Veränderungen sei, die Enge am Borsigplatz aufzulösen, ergänzt die Sozialdezernentin. Das setze gewisse konzeptionelle Arbeiten voraus. „Es ist ein Thema, das wir nicht überhastet angehen und für das wir uns strategisch gut aufstellen wollen.“

 

Wer obdach- oder wohnungslosen Menschen helfen wolle, wer unsicher sei, ob jemand Unterstützung brauche oder wer akute Notsituationen erlebe, könne sich gerne an die ESB wenden oder den Notruf wählen. Ganz konkret würde jetzt für die kalte Jahreszeit Winterkleidung benötigt, sagt Oliver Balgar, grundsätzlich auch ausrangierte, aber funktionstüchtige Handys. Um sicherzugehen, was gebraucht wird, sei ein vorheriger Anruf gut, damit „wir passgenaue Hilfen bieten können“.

 

Weitere Info

Kontaktdaten ESB, www.esb-bottrop.de, Telefon 02041-317055

 

Hilfsbedürftige oder einsame Menschen erhalten unter anderem auch über das Caritas-Angebot „SonntagsSatt“ eine warme Mahlzeit. Die Termine finden sich auf der Homepage.


"Text trifft Harfe" - Spirituelle Herbstandacht findet viele Zuhörer

„Text trifft Harfe“ lautete die Überschrift für den Freitagabend, 11. Oktober, im STÜCK.gut. Bei der „Spirituellen Herbstandacht“, zu der Kantorin Ursula Kirchhoff und Lars Meyer eingeladen hatten, waren berührende Texte und Harfenmusik zu hören. Rund 35 Interessierte waren der Einladung an den Kirchplatz 2-3 gefolgt.

 

„Mögen Text und Musik uns helfen, zu unserem Inneren und zu Gott zu finden“, leitete Lars Meyer den Abend ein. Zeit zum Durchatmen haben, im Beisammensein Ruhe finden und in der Stille den Blick auf das Wesentliche lenken – genau dazu sollte der Abend den passenden Rahmen bieten. Lars Meyer hatte Texte aus dem Loccumer Brevier „Verstehen durch Stille“ ausgesucht. Gedichte wie „Geburt“ von Kurt Marti oder zur Jahreszeit Passendes wie „Herbsttag“ von Rainer Maria Rilke und „Herbstbild“ von Friedrich Hebbel boten die Gelegenheit zum Nachdenken und Besinnen.

 

Die sanften und zarten Klänge der Harfe ergänzten den Vortrag der Texte. Ursula Kirchhoff spielte Musik von Komponisten wie Georg Friedrich Händel und Gabriel Fauré, außerdem Stücke überwiegend aus dem englisch-irischen Raum, die besonders gut mit der Harfe zum Ausdruck gebracht wurden. Die Zuhörerinnen und Zuhörer genossen den Abend sichtlich, lauschten doch viele von ihnen mit geschlossenen Augen.

 

Nach dem etwa 50-minütigen Vortrag waren alle Besucherinnen und Besucher noch zur Begegnung bei Brot, Käse und Wein eingeladen. Die Teilnahme war kostenlos, jedoch wurde um eine Spende für „SonntagsSatt“ gebeten. Rund 500 Euro kamen dadurch für die Essensausgabe zusammen. Ein Abend also, der seinen Besuchern nicht nur schöne Stunden bescherte, sondern auch für Unterstützung für Menschen sorgte, denen es nicht so gut geht.


Abschied von der Kirche St. Bonifatius

„Abschied und Aufbruch“ heißt es am 6. Oktober in St. Bonifatius. An diesem Tag, dem Erntedankfest, feiert die Pfarrei St. Cyriakus die letzte heilige Messe in dieser Fuhlenbrocker Kirche. Es ist ein Tag, der gut passe, erklärt Andreas Willenberg, Pastor im Fuhlenbrock. „An diesem Ort ist viel Gutes geschehen, für das wir dankbar sind. Wir möchten an die Früchte erinnern, die hier gewachsen sind.“ Fast 70 Jahre war das Gotteshaus ein Ort des Gebets und Treffpunkt für die versammelte Gemeinde: 1957 wurde der Grundstein gelegt, 1958 erfolgte die Konsekration.

 

Dass sich die Gläubigen von ihrer Kirche verabschieden müssen, war hingegen bereits länger klar. Im Votum des Pfarreientwicklungsprozesses war vor acht Jahren festgelegt worden, dass St. Bonifatius bis zum Jahr 2025 einer anderen Nutzung zugeführt werden soll. Ansteigende Kirchenaustrittszahlen sowie der demografische Wandel hatten die Zahl der Katholikinnen und Katholiken in der Pfarrei und in Bottrop schrumpfen lassen. Gleichzeitig nehmen die Kosten für den Unterhalt der Kirche deutlich zu. Bisher gab es noch eine Vorabendmesse am Samstagnachmittag in St. Bonifatius. Ab Oktober wird diese in St. Ludgerus gefeiert.

 

In der Vorwoche zum 6. Oktober haben die Gläubigen Gelegenheit zum persönlichen Abschiednehmen. Die Kirche wird ab Samstag, 28. September, zu bestimmten Zeiten geöffnet sein. Wer mag, kann in dieser Zeit den Kirchenraum erfahren, ihn auf sich wirken lassen und an einer Erinnerungswand persönliche Gedanken oder Erinnerungen teilen. Am Tag der letzten Messe sei es sicherlich zu „rummelig“ dazu, vermutet Andreas Willenberg. Nach der Messe soll es in einer Prozession zur St.-Ludgerus-Kirche gehen, wo das Erntedankfest gefeiert wird. Eine heilige Messe in St. Ludgerus wird es deswegen an diesem Tag nicht geben.

 

„Es war uns wichtig, dass die Menschen aus St. Bonifatius und St. Ludgerus diesen Tag mitgestalten können“, betont Pastor Willenberg. In diesem Sinne hatten sich Gemeindemitglieder aus beiden Standorten mit ihm und Gemeindereferentin Britta Walkowiak zusammengefunden, um die Messe und das folgende Programm vorzubereiten. Der Gottesdienst bestehe thematisch gesehen aus drei Teilen, erläutert er. Der erste Teil sei von Abschied und Schmerz geprägt, was sich unter anderem in den Kyrierufen ausdrücke. Der zweite Teil stelle die Erinnerung in den Mittelpunkt. In Form eines Dialogs mit Pastor Willenberg tragen anstelle der Predigt drei Gläubige aus St. Bonifatius vor, was sie dort erlebt haben und was sie mit dem Gotteshaus verbindet. Der dritte Teil schließlich sei auf die Zukunft ausgerichtet, so Willenberg. Das zeige sich beispielsweise in den Fürbitten. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Chor „Cantamus“ und der noch jungen Lobpreisband gestaltet – und damit von Musikern, die im Fuhlenbrock proben oder dort beheimatet sind. Posaunenklänge begleiten die Prozession zur Ludgerus-Kirche.

 

Bei der Prozession, bei der auch die KiTas St. Bonifatius und St. Ludgerus mitgehen, werden die Gläubigen aus St. Bonifatius das Allerheiligste mitnehmen, die Sakramentsglocken sowie die 200 Kilogramm schwere Konradsglocke. Sie gehörte einst zur früheren Konradskapelle im Haus Waldfrieden, später dann zur Bonifatius-Kirche. „Es sind vertraute Dinge, die wir weiternutzen und weiterhören werden“, sagt Willenberg. Die Konradsglocke wird die Sakristeiglocke der Ludgerus-Kirche ersetzen, die dann „in den Ruhestand“ geht, so Willenberg scherzhaft. An St. Ludgerus angekommen, werden die KiTa-Kinder einen Abschluss gestalten. Im Innenhof des Ludgerushauses wird ein Erntedank-Frühschoppen stattfinden. Auch die Erntegaben werden verteilt.

 

Wichtig sei es, auch weiterhin Beziehungsmöglichkeiten zu bieten und Treffen zu ermöglichen, betont Willenberg. Die Räume unterhalb des ehemaligen Bonifatiusheims können weiterhin genutzt werden. Auch die umgebaute KiTa St. Bonifatius bringe Kinder und ihre Familien mit der Welt des Glaubens in Berührung, heißt es in einem Brief von Propst Jürgen Cleve an die Pfarrei. Was in Zukunft auf dem Gelände der Kirche geschieht, ist noch offen. „Unsere Pfarrei erreichen Anfragen von Interessierten, die das Gelände, auf dem die Kirche steht, gerne für Projekte nutzen möchten, die im Einklang mit einer von uns als geeignet angesehenen Nachnutzung stehen“, informiert Cleve in seinem Brief. Die Stadtverwaltung habe signalisiert, dass die Fläche baurechtlich gut verwertbar ist. Sie hätte ein Interesse daran, dass der Kirchturm als Landmarke erhalten bleibt.

 

Um die Ausstattung des Gotteshauses kümmere sich die Pfarrei erst nach der letzten Messfeier. „Wir können nicht sofort alles lösen“, sagt Willenberg. Mit dieser Frage wird sich auch der Kreis derer beschäftigen, die den Abschiedstag mit vorbereitet haben. Sie möchten sich nach dem 6. Oktober weiter treffen. Ebenso um die Frage zu klären, wie den Menschen aus St. Bonifatius Brücken nach St. Ludgerus gebaut werden können. Fest steht bereits, dass es samstags einen Fahrdienst geben wird, der Gläubige, die die Vorabendmesse besuchen möchten und nicht selbstständig nach St. Ludgerus kommen können, dorthin bringen wird.

 

Eine schöne Erinnerung an St. Bonifatius ist das Fotoheft, das Küster Thomas Dodt mit eigenen Bildern der Kirche zum Abschied erstellt hat. Der Begleittext drückt es passend aus: Das Fotoheft solle trotz aller Wehmut auch ein erfreuendes Andenken an diese über Jahrzehnte so vielen Menschen vertraute Kirche im Fuhlenbrock sein.

 

 

 

Weitere Informationen:

 

Der Gottesdienst am Sonntag, 6. Oktober, beginnt um 10 Uhr in St. Bonifatius, Im Fuhlenbrock 186. Im Anschluss geht es in einer Prozession zur St.-Ludgerus-Kirche, Birkenstraße 73. Im Innenhof des Ludgerushauses, Ludgeristraße 4, findet ein Erntedank-Frühschoppen mit Würstchen und Waffeln statt. Dort werden auch die Erntegaben verteilt.

 

In der Vorwoche ist die St.-Bonifatius-Kirche zu folgenden Zeiten geöffnet:

 

Samstag, 28. September,

15 Uhr bis 17 Uhr

 

Sonntag, 29. September,

15 bis 19 Uhr

 

Montag, 30. September, bis Freitag 4. Oktober,

10 und 12 Uhr und 15 und 19 Uhr

 


Rebekka Griemens ist neue Gemeindereferentin in St. Cyriakus

Faszinierend an diesem Beruf ist für sie die große Bandbreite. Denn mitunter ist Rebekka Griemens Handwerkerin, Köchin, Seelsorgerin oder Gottesdienstleiterin – von allem ein bisschen. Als Gemeindereferentin nehme sie unterschiedliche Rollen ein. „Es ist ein Potpourri aus allem“, sagt die 26-Jährige.

 

Seit dem 1. September ist Rebekka Griemens in der Propsteipfarrei St. Cyriakus tätig. Am Sonntag, 22. September, wird sie in der Familienmesse in der St.-Cyriakus-Kirche offiziell vorgestellt. Ein wenig umsehen konnte sie sich bereits an ihrem neuen Arbeitsplatz. „Alles Weitere muss ich noch auf mich zukommen lassen und mich in die neue Aufgabe hineinfinden“, sagt sie. Sie müsse schauen, was gewollt und was sinnbringend ist. Fest steht, dass ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer Tätigkeit die Jugendarbeit sein soll. Sie wird die Firmvorbereitung mitgestalten und den Kontakt zu den weiterführenden Schulen aufnehmen. Ein erster Höhepunkt wird sicherlich die Messdienerfahrt nach Rom sein, die sie im Oktober zusammen mit Gemeindereferentin Jennifer Brink und Propst Dr. Jürgen Cleve begleiten wird.

 

Für Rebekka Griemens ist Glaube mehr als der sonntägliche Gottesdienstbesuch. Glaube könne auch auf andere Weise gelebt und sichtbar werden. Für sie als Gemeindereferentin sei es wichtig, authentisch zu sein. Sie hofft darauf, dass dadurch Menschen Glauben anders wahrnehmen und selber einen Zugang bekommen können.

 

Die Arbeit mit Jugendlichen ist für sie nicht unbekannt: Auch in ihrer Assistenzzeit in der Propsteipfarrei St. Augustinus in Gelsenkirchen war sie ein wesentlicher Schwerpunkt, ebenso die Firmvorbereitung. Doch auch ungewöhnliche Bereiche gehörten dazu wie die Fanseelsorge und Fanclubseelsorge im Rahmen der „Offenen Kirche Schalke“ an den Heimspieltagen des FC Schalke 04. Anhängerin der Gelsenkirchener Knappen ist sie dadurch trotzdem nicht geworden – als „Essener Mädel“ ist sie bis heute ein Fan von Rot-Weiss Essen.

 

Rebekka Griemens wächst in Essen-Altenessen in einer katholischen Familie und mit zwei Brüdern auf. Sie besucht das katholische B.M.V.-Gymnasium und wird nach der Erstkommunion Messdienerin. Trotz der Nähe zur Kirche ist nach dem Abitur der Weg zum Beruf der Gemeindereferentin nicht vorgezeichnet. „Ich komme aus einer Handwerkerfamilie und wollte eigentlich Orthopädietechnikerin werden“, erzählt sie. Nach einem Jahr mit unterschiedlichen Praktikumsstellen in der Ortopädietechnik und im Eventmanagement entscheidet sie sich jedoch anders, denn beide Berufe erfüllen sie nicht. Ihre Mutter ist es schließlich, die sie daran erinnert, dass sie doch Gemeindereferentin werden wollte. Nicht zuletzt um Vieles besser zu machen.

 

An der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn nimmt sie 2017 das Studium der Religionspädagogik auf – jetzt „Angewandte Theologie“ genannt. Während des Studiums macht sie bei einem Praktikum bereits 2018 erste Erfahrungen in St. Cyriakus, lernt die Arbeit an der Cyriakusschule und mit Gemeindereferentin Christiane Hartung kennen. 2020 schließt sie die Zeit in Paderborn mit dem Bachelor ab. Nach der dreijährigen Assistenzzeit in Gelsenkirchen bleibt sie nach ihrer Beauftragung zur Gemeindereferentin 2023 noch für ein Jahr dort. Denn die vorherige Zeit sei leider auch von der Corona-Pandemie und Fusionen geprägt gewesen, erklärt sie. Im vergangenen Jahr habe sie die Arbeit dort vor allem von der schönen Seite erleben dürfen.

 

Jetzt freue sie sich auf ihre Arbeit mit Jugendlichen in Bottrop. „Was sich vor Ort etabliert, kann nur gut sein“, blickt sie positiv in die Zukunft. Ihr Beruf bringe ständig Neues, sei immer abwechslungsreich und nicht auf einen Bereich beschränkt. „Das ist das Coole daran.“

 

Weitere Info

Rebekka Griemens ist am Kirchplatz 2-3 erreichbar, Telefon 0157 37 24 07 69, E-Mail [email protected]. Die Familienmesse am Kirchplatz 1, in der sie offiziell vorgestellt wird, beginnt um 11.15 Uhr.


30 Bottroperinnen und Bottroper pilgern ins belgische Banneux

Zur Wallfahrt nach Banneux sind am Dienstag, 6. August, 30 Pilgerinnen und Pilger aus St. Joseph und St. Cyriakus aufgebrochen. Die Bottroper Pfarreien hatten gemeinsam zur Reise in den belgischen Marienwallfahrtsort eingeladen. Begleitet wurden sie dabei von Propst em. Paul Neumann und Pastor Peter Keinecke.

 

Banneux ist ein viel besuchter Wallfahrtsort mit einer Heilquelle. Er liegt 25 Kilometer südlich von Lüttich in den belgischen Ardennen. Vom 15. Januar bis 2. März 1933 soll in Banneux der damals zwölfjährigen Mariette Beco achtmal die Gottesmutter Maria erschienen sein.

 

Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Bottroper am Vormittag in Belgien an. Die hohen Temperaturen seien gut erträglich gewesen, da Banneux auf einer Hochfläche liege und ein leichter Wind für Abkühlung sorgte, informiert Pastor Keinecke.

 

Nach der Ankunft wurde mit dem deutschsprachigen Geistlichen eine heilige Messe gefeiert. Im Anschluss hatten die Pilger:innen die Möglichkeit, den Kreuzweg zu beten oder einen Film über die Erscheinungen der Gottesmutter zu sehen. „Viele der Pilger haben sich in diesem Jahr für den Film entschieden“, so Keinecke. Für ihn ein Zeichen, dass diese Pilger zum ersten Mal mit nach Banneux gefahren sind.

 

Nach einer etwa zweistündigen Mittagspause folgten die Pilger dem Gebetsweg des Wallfahrtsortes, der von der Erscheinungskapelle bis zur Heilquelle führt und die Botschaft von Banneux besonders verdeutlicht. Bei ihren Erscheinungen hatte sich Maria als die „Jungfrau der Armen“ offenbart und darauf hingewiesen, dass die Quelle „für alle Nationen und für die Kranken bestimmt“ sei. Am 11. Februar 1933 erklärte sie Mariette Beco, dass sie vor allem gekommen sei, das Leiden zu lindern. Dieser 11. Februar war auch der 75. Jahrestag der ersten Erscheinung in Lourdes. Papst Johannes Paul II. hat diesen Tag 1993 zum internationalen Gebetstag für die Kranken bestimmt. Nicht zuletzt habe die Gottesmutter in Banneux auch auf die Kraft und die Notwendigkeit des Gebets verwiesen.

 

Von der Heilquelle aus ging es für die Bottroper Pilger schließlich in einer Prozession zur Abschlussandacht mit Krankensegen und von dort wieder zurück nach Bottrop. Da der Busfahrer ein Stück vom Weg abgekommen war, wurden die Pilger auf dem Rückweg unerwartet mit einer wunderschönen Fahrt durch die hügelige Landschaft der Ardennen belohnt, sagt Pastor Keinecke. Bestes Beispiel dafür, dass ein Umweg nicht immer einen Umweg darstellen muss. 


Pater Josef Roes feiert am 7. Juli Diamantenes Priesterjubiläum

Am 4. Juli 2024 hat er sein Diamantenes Jubiläum begangen: Denn vor 60 Jahren wurde Pater Josef Roes zum Priester geweiht. Aus diesem Anlass feierte der Afrikamissionar am 7. Juli, einen feierlichen Dankgottesdienst in St. Suitbert, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen waren.

 

Josef Roes wurde als zweites von acht Kindern am 18. Februar 1936 in Bottrop geboren und in St. Cyriakus getauft. Dort empfing er später auch das Sakrament der Firmung – von keinem geringerem als dem Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen. In St. Cyriakus war er zudem als Messdiener aktiv. In einer Messdienerstunde war es auch, als er zum ersten Mal von der Missionsgesellschaft der Afrikamissionare hörte - auch „Weiße Väter“ genannt, weil sie die lange, weiße nordafrikanische Gandura tragen, eine Art Tunika. „In der Messdienerstunde erhielt ich einen Flyer der Missionare“, erinnert sich Josef Roes im Gespräch. Er wusste sofort: „Das möchte ich auch machen.“

 

Nacht acht Jahren Volksschule besuchte er die Internate der Afrikamissionare in Rietberg und Großkrotzenburg. Dort macht er 1958 auch das Abitur. Sein Philosophiestudium absolvierte er in Trier, zum anschließenden Noviziat zog er nach Hörstel um. Das Theologiestudium erfolgte in London. Am 4. Juli 1964 wurde Josef Roes schließlich in Großkrotzenburg zum Priester geweiht.

 

Da nach dem Umzug seiner Eltern nach Bottrop-Vonderort St. Suitbert seine neue Heimatpfarrei war, feierte Pater Roes am 12. Juli 1964 dort seine Primiz. Eine Woche später feierte er eine weitere Primiz in seiner Taufkirche St. Cyriakus. Im Jahr 1965 verließ Pater Roes seine Heimat Richtung Tansania. Dort angekommen musste er zunächst die Landesprache Kisuaheli lernen. „In den ersten sechs Monaten habe ich einen Kurs besucht, um die Sprache zu erlernen und etwas über die Sitten und Gebräuche zu erfahren“, erklärt der 88-Jährige. Aktuell leben 36 Afrikamissionare in Tansania, vier davon kommen aus Deutschland. Ihre Hauptaufgabe erstreckt sich auf die Pfarrarbeit, die Seelsorge und die Ausbildung der Priester.

 

Auch Pater Roes war über vier Jahrzehnte in der Pfarrarbeit tätig, und zwar in den Erzbistümern Tabora und Mbeya sowie im Bistum Kahama. „Die Pfarreien waren meist sehr groß, und ich war viel unterwegs, um die Menschen zu besuchen“, sagt Roes. Innerhalb der Pfarreien des ostafrikanischen Landes lebten verschiedene Stämme mit ihrer jeweils eigenen Stammessprache. „Meistens konnten wir uns aber in Kisuaheli verständigen.“ Ab den 1970er-Jahren habe sich die pastorale Arbeit zunehmend auf kleine Gemeinden konzentriert, was das Glaubensleben vereinfacht habe. „Meist waren es kleine Gruppen aus 15 bis 20 Familien, die zu Gebet und Bibelgesprächen zusammen kamen“, so Pater Roes. Es sei für ihn eine gelungene Form, Laien auf diese Weise einzubeziehen, von der auch Deutschland heute noch lernen könne.

 

2012 kehrte Pater Roes nach Deutschland zurück. Heute lebt er mit weiteren Afrikamissionaren in einem Altenheim in der Kölner Innenstadt. Am 7. Juli kehrte er nach Bottrop zurück, wo immer noch Verwandte von ihm leben und wo er an diesem Tag mit seinen Gästen auf die langen Jahre seiner Zeit als Priester und Missionar zurückblicken konnte.                                                                                                                     (Fotos unten: Heinz-Ulrich Feldges)

 

 

Information: Afrikamissionare

Zurzeit sind 1110 Afrikamissionare in 22 Ländern Afrikas und in 13 Ländern der übrigen Welt tätig. Ihre Einsatzgebiete sind nicht mehr auf Afrika beschränkt.


Sieben Gruppen engagierten sich bei der 72-Stunden-Aktion

„Uns schickt der Himmel“ – unter diesem Motto haben sich im gesamten Bistum Essen mehr als 2400 Kinder und Jugendliche im Rahmen der 72-Stunden-Aktion für unterschiedliche Sozialprojekte eingesetzt. Am Sonntagnachmittag, 21. April, endete die Sozialaktion des BDKJ mit einer großen Abschlussveranstaltung auf dem Essener Burgplatz. Zu den insgesamt 89 Gruppen gehörten auch sieben Gruppen aus Bottrop. Etwa 150 Kinder und Jugendliche versuchten hier an drei Tagen, die „Welt ein Stück besser zu machen“.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zwischen zwei Optionen wählen und sich entweder für die „Do-it“- oder die „Get-it“-Variante entscheiden, das heißt, selbst entscheiden, welches Projekt sie durchführen wollen oder sich ein Projekt zuweisen lassen. Die DPSG St. Pius-Philippo Neri, die KjG St. Elisabeth und St. Ludgerus sowie die Gruppe „Abenteuerspielplatz BDKJ Bottrop“ hatte sich für die „Do-it-Variante“ entschieden. Die Pfadfinder kümmerten sich um das Außengelände des neuen Kinderschutzhauses, die KjG baute unter anderem Matschküchen für die Schule am Tetraeder, während am Abenteuerspielplatz die Grünflächen gereinigt wurden. Die übrigen vier Gruppen hatten die „Get-it-Variante“ gewählt und erst am Donnerstag mit dem Auftakt der Aktion erfahren, welchem Projekt sie sich widmen werden. Gäste des Auftakts waren auch Oberbürgermeister Bernd Tischler sowie Stadtdechant Propst Dr. Jürgen Cleve. „Dass sich bei der 72-Stunden-Aktion insbesondere junge Menschen engagieren, ist ein schönes Zeichen und sollte uns Mut und Zuversicht für die Zukunft geben“, hatte OB Tischler dabei betont.

 

Die Gruppen der „Get-It-Variante“ waren mit ihren Einsatzorten zufrieden: Die KjG St. Joseph baute unter anderem einen Heu-Unterstand für das Caritas Kinderdorf „Am Köllnischen Wald“. Die Malteser Jugend, die sich als einzige Gruppe ihrer Gemeinschaft aus dem Bistum Essen beteiligte, war in der Rheinbabenwerkstatt des Diakonischen Werks Gladbeck-Bottrop-Dorsten eingesetzt. Dort wurden neue Hecken gesetzt und eine Rollstuhlschaukel gereinigt. In der KiTa St. Elisabeth war die DPSG St. Peter aktiv, legte Hochbeete an, stellte ein Tipi auf und baute eine Rundbank zusammen. Die Wölflinge hingegen kümmerten sich um Grünflächen in der Pfarrei

 

Häufig habe er gehört, dass Jugendliche sich nicht oder nur wenig für Ereignisse außerhalb ihres unmittelbaren Lebens interessieren, so OB Tischler beim Auftakt. „Ich glaube, dass es insbesondere jungen Menschen nicht egal ist, was um sie herum passiert, sondern, dass sie Einfluss nehmen und versuchen, die Welt in ihrem Sinne und für ihre Zukunft zu gestalten“, hielt er dagegen. Eine Aktion wie in den vergangenen Tagen „schweiße die Gruppen zusammen“, erklärte zudem Lukas Fleger aus dem BDKJ-Stadtvorstand. Sich in diesem Sinne zu engagieren sei nicht selbstverständlich und ein gutes Zeichen nach außen.

 


Wechsel in der Leitung der Caritas-Gruppe St. Ludgerus

Ihre Aufgabe hat sie mit Begeisterung und Herzblut gemacht. Das betonte Pastor Andreas Willenberg jetzt bei ihrer Verabschiedung, die ihr sichtlich nicht leichtfiel. Doch nach 18 Jahren gibt Anni Lemberg die Vorstandsarbeit der Caritasgruppe St. Ludgerus nun in andere Hände. Zusammen mit der 84-Jährigen legen auch Hildegard Liebert und Annemarie Czeslik ihre Ämter im Vorstand nieder. Wie die Vorsitzende haben auch sie seit 2006 die Arbeit der Caritas im Fuhlenbrock geprägt.

 

Wichtig war es Anni Lemberg für eine gute Nachfolge zu sorgen, so Pastor Willenberg. Mit Regina Dübbert, Ursula Pellmann und Ursula Hullerum hat sich ein neues Leitungsteam gefunden, das von den Caritas-Mitgliedern einstimmig gewählt wurde.

 

Er sei beeindruckt von dem jahrelangen Engagement des scheidenden Vorstands, sagte Caritasdirektor Dr. Andreas Trynogga. Für ihre Arbeit über die vielen Jahre sei er sehr dankbar. Gemeinsam mit Margret Zerres und Gudrun Höpfner aus dem Vorstand der CKD Bottrop war er ebenfalls zur Verabschiedung gekommen. Als Zeichen für die Dankbarkeit der Fuhlenbrocker Caritas-Gruppe erhielt Anni Lemberg eine große Torte, die unter anderem das Flammenkreuz, das Logo des Wohlfahrtsverbands, zeigte. Zudem wurden Anni Lemberg und Annemarie Czeslik mit dem Elisabeth-Kreuz der Caritas geehrt, das Hildegard Liebert bereits ihr Eigen nennen durfte.

 

Die Aufgaben in der Caritas, der sie schon seit 2001 angehört, seien vielfältig gewesen, zog Anni Lemberg Bilanz. Dazu gehörten unter anderen die Haussammlungen, Seniorennachmittage, Besuche der Mitglieder und ihrer Familien bei Geburtstagen, besonderen Hochzeitstagen, aber auch in Krankheits- und Todesfällen. Nicht zuletzt unterstützte sie mit der Caritas-Gruppe Bedürftige und Migranten oder auch das Caritas-Kinderdorf.

 

Anni Lemberg habe sich ebenso in der Stadtkonferenz sowie auf Diözesanebene eingebracht, erklärte die CKD-Vorsitzende Margret Zerres. Stets habe sie sich für andere Menschen interessiert, für ihre Schicksale und Nöte, habe zugehört und geholfen – das alles mit viel Freude. Die Zahl ihrer Kontakte sei groß gewesen. Sicherlich an die 30 Ehrenamtliche habe sie in den zurückliegenden Jahren für die Caritas-Arbeit anwerben und begeistern können. Auch wenn Anni Lemberg nun mit Hildegard Liebert und Annemarie Czeslik ihr Arbeit im Vorstand beendeten, so „werden sie sicherlich alles Caritas-Frauen bleiben“, war sich Margret Zerres sicher.


Pfarrer Johannes Tillmann feierte 60-jähriges Priesterjubiläum

Fotos: Thomas Dodt
Fotos: Thomas Dodt

Mit einem festlichen Gottesdienst in St. Ludgerus ist am Samstag, 24. Februar, das Diamantene Priesterjubiläum von Pfarrer Johannes Tillmann gefeiert worden. Zahlreiche Gäste waren aus diesem Anlass zur Feier der heiligen Messe in den Fuhlenbrock gekommen.

 

Die Predigt in der Messfeier zum Jubiläum hielt Pastor Norbert Linden. Linden war einst Nachfolger von Johannes Tillmann als Pfarrer in St. Ludgerus und ist zurzeit Pastor in der Essener Pfarrei St. Josef in Frintrop. In seiner Predigt sprach Linden über das Priesteramt. Er betonte unter anderem, dass Johannes Tillmann in den 60 Jahren seiner Tätigkeit nicht nur als Vertreter einer Institution gewirkt habe, sondern vor allem als Mensch und Priester.

 

In seiner Rolle aus Stadtdechant überbrachte zudem Propst Dr. Jürgen Cleve Grüße aus den Bottroper Pfarreien. Der Tag endete nach dem Gottesdienst mit einem Empfang und guten Begegnungen des Jubilars mit seinen Gästen im Ludgerushaus.

 


Weitere Informationen zum Leben von Pfarrer Johannes Tillmann finden sich im folgenden Text.


Vor 60 Jahren wurde Johannes Tillmann im damals noch jungen Bistum Essen zum Priester geweiht. In St. Ludgerus war der heute 87-Jährige 26 Jahre lang als Pfarrer tätig – bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2008. Gute Erfahrungen und Begegnungen haben seine Zeit im Fuhlenbrock geprägt, oft hat er mit Gemeindemitglieder Reisen unternommen, etwa nach Rom, Israel oder auch Norwegen. Immer hat Johannes Tillmann den Kontakt zu den Menschen gesucht. Das gilt nicht nur für seine Zeit in St. Ludgerus. „Ich habe überall viele gute Erlebnisse gehabt“, denkt er an frühere Stationen seiner Priesterlaufbahn zurück. Aber nicht nur er selbst ist stets positiv auf seine Mitmenschen zugegangen. „Anscheinend konnten viele auch etwas mit mir anfangen“, sagt er lachend. „Das hat mich vielleicht bis heute munter gehalten.“

 

Priester zu werden war für den gebürtigen Gladbecker zunächst nicht selbstverständlich. Als Kind möchte er noch Schneider werden, wie sein Vater. „Ich konnte bereits mit sieben Jahren Knöpfe annähen“, erinnert er sich. Doch nach der Volksschulzeit lassen ihn seine Eltern aufgrund guter Leistungen noch das Gymnasium besuchen – was in der damaligen Zeit mit sechs Geschwistern nicht selbstverständlich ist. Als das Abitur näher rückt, kann er sich vorstellen, später als Lehrer zu arbeiten. Der Weg hin zur Theologie öffnet sich letztendlich aber auch. Schließlich kommt er aus einem katholischen Elternhaus: Sein Vater ist Mitglied der Eucharistischen Ehrengarde, seine Geschwister singen im Kirchenchor, er selbst ist Messdiener. Sein Religionslehrer ist es dann, der in ihm einen späteren Geistlichen vermutet und ihm vorschlägt, Theologie zu studieren. „Durch den Kontakt zu ihm wuchs in mir der Wunsch, Priester zu werden“, erklärt Tillmann.

 

Von 1958 bis 1964 studiert er Philosophie und Theologie in Münster und Freiburg. Seine Ausbildung zum Priester beginnt er noch in Münster. 1962 ist er mit den weiteren Priesteramtskandidaten der erste, der in das neue Priesterseminar in Essen-Werden einzieht. Große Aufbruchsstimmung habe in dieser Zeit geherrscht, so Tillmann. Nicht nur das erst 1958 gegründete Bistum Essen ist noch jung. 1962 wird auch das Zweite Vatikanische Konzil einberufen, das für Veränderungen sorgen wird. Seine Priesterweihe am 22. Februar 1964 fällt mitten in diese Zeit.

 

Noch bevor das Konzil 1965 endet, tritt Johannes Tillmann seine erste Kaplansstelle in St. Elisabeth in Bottrop an. „Ich habe mir damals sehr viel davon versprochen“, betont er mit Blick auf die Reformen dieser Zeit. „Das war ein großer Motivationsschub.“ Mit dem Gefühl von Aufbruch und Veränderung seien sie als junge Kapläne in die Gemeinden gegangen. Seine Primiz in Gladbeck zelebriert er bereits „versus populum“, also mit der Hinwendung zur Gemeinde. Der Kontakt zu den Gläubigen habe sich durch das Konzil verbessert, auch durch die Verwendung der Landessprache im Gottesdienst. „Es hat zunächst Manches vorangetrieben“, sagt Tillmann über die Dynamik dieser Zeit, die zwar für Veränderungen sorgte, von der bis heute aber noch manche Umsetzung fehlt.

 

In St. Elisabeth schließt Tillmann schnell Kontakte, trifft auf eine interessante Jugendarbeit und genießt die fröhliche Atmosphäre im Pfarrhaus mit Pfarrer Heinrich Linkholt. „Das hat den Beginn sehr erleichtert“, ist er dankbar. 1967 kommt er als Kaplan nach St. Joseph in Gelsenkirchen, wird dann nach nur zwei Jahren Religionslehrer am Städtischen Jungengymnasium in Wattenscheid, im selben Jahr auch Subsidiar in St. Pius in Wattenscheid. Bis 1982 bleibt er dort und empfindet vor allem die Arbeit in der Schule, das Wirken zwischen katholischen und evangelischen Kollegen, als äußerst fruchtbar.

 

1982 wird Johannes Tillmann zum Pfarrer von St. Ludgerus ernannt, 1986 auch zum Stadtfrauenseelsorger. Beides bleibt er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008. Wichtig ist ihm in all den Jahren immer gewesen, den Glauben nicht nur als „Anhängsel“ zu sehen, sondern als etwas, dass lebensbestimmend sein kann. „Kirche ist für mich kein Apparat, sondern die Glaubensgemeinschaft der Christen“, erläutert Tillmann. Glauben heiße für ihn Leben, genauso wie Leben aus dem Glauben. Mit Blick auf die aktuelle Situation von Kirche, deren Mitglieder immer weniger werden, wünscht er sich, dass Menschen ihr nicht einfach den Rücken kehrten, sondern sich für Veränderungen engagierten. Kirche müsse eine Sprache finden, die Menschen erreiche, die dabei aber nicht nur Verständigungsmittel, sondern eine Art „Lebensmittel“ sei. Die theologische Aussage müsse deutlich werden. Tillmann: „Das, was ich ins Wort setze, muss ich auch leben.“


Kreuz der Herz-Jesu-Kirche wurde geborgen

Das Turmkreuz der Herz-Jesu-Kirche ist am Freitag, 26. Januar, geborgen worden. Aufgrund eines Sturmschadens war das Kreuz auf die Dachplattform unterhalb der Spitze gestürzt und steckte dort auf 40 Metern Höhe fest. Die Feuerwehr hatte versucht, das Kreuz herunterzuholen, jedoch nicht über den geeigneten Ausleger verfügt. Bis die Witterung es zuließ und auch das geeignete Fahrzeug verfügbar war, musste der Raum unterhalb des Turmes verkehrstechnisch gesichert werden. Die Kirche konnte in dieser Zeit trotzdem genutzt und über den Zugang an der Karl-Englert-Straße betreten werden.

 

Mit einer selbstfahrenden Arbeitsbühne konnten Dachdecker der Firma Koch die betroffene Stelle nun erreichen. Das Kreuz, das etwa 300 bis 400 Kilogramm wiegen dürfte, musste zur Bergung in einzelne Teile zerschnitten werden. Der Hahn des Turmkreuzes ist durch den Sturz zerbrochen, das Kreuz ist stark verrostet. Das Loch im Kirchendach wurde mit einem Einsatz aus Kupfer geflickt. Wegen zu starken Windes wurden die Arbeiten am Freitag abgebrochen und am Samstag beendet. Kreuz und Hahn sind jetzt vorrübergehend im Vorraum des Aufzuges unterhalb des Gotteshauses eingelagert. In den nächsten Wochen muss dann noch der Blitzschutz erneuert werden.

 

Der Hahn wurde im Jahr 1949 auf den Turm der Kirche montiert, die in den 1920er-Jahren nach Plänen des Architekten Josef Franke errichtet wurde. Dachdecker Erwin Rick der Firma Scheulen und Thrien kletterte damals noch mit Strickleiter hoch. Beim Befestigen des Hahnes stand er auf dem Querbalken des Kreuzes. Ob oder wann Kreuz und Hahn wieder ihren Weg auf den Turm von Herz Jesu finden werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen.



Pfarrei nimmt Abschied von Pastoralreferent Florian Giersch

An diesem Wochenende hat St. Cyriakus gemeinsam mit Familie, Freunden und Weggefährten Abschied von Florian Giersch genommen. In der Nacht zum 10. November war der erst 42-Jährige Pastoralreferent aufgrund eines internistischen Notfalls unerwartet gestorben.

 

Bereits am Freitag, 17. November, hatte die Möglichkeit bestanden, sich in der Propsteikirche persönlich zu verabschieden. Nicht nur sein Sarg, auch eines seiner Fahrräder, für die er eine große Leidenschaft hegte, ein Foto von ihm sowie ein Kondolenz-Buch standen an diesem Tag vor dem Altar des Gotteshauses. Am Abend wurde ein Wortgottesdienst zum Abschied gefeiert.

 

Am Samstag, 18. November, feierte die Trauergemeinde in der vollbesetzten St.-Cyriakus-Kirche das Auferstehungsamt für ihn. Zahlreiche Menschen waren nach Bottrop gekommen, um Florian Giersch auf seinem letzten Weg zu begleiten. Personaldezernent und Domvikar Dr. Kai Reinhold verlas einen Brief von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, der seine „aufrichtige Anteilnahme in dieser schweren Stunde“ ausdrückte. Dabei umfasste der Brief auch die Lebensstationen des Pastoralreferenten und verwies auf ihm wichtige Bereiche, für die er sich engagierte. Mit ihm verliere „unsere Diözese einen authentischen, theologisch gebildeten sowie musikalisch versierten Seelsorger, der die Menschen mit seiner Empathie, seinem besonderen Humor und seiner Freundlichkeit angesprochen hat“, so die Worte des Bischofs.

 

Ein Sprechspiel mit Propst Dr. Jürgen Cleve und Gemeindereferentin Anne-Kathrin Hegemann, das einen Dialog zwischen Gott und den bei ihm ankommenden Florian darstellte, spiegelte Florians Gottesbild und auch sein Selbstbild wider – und passte in der locker geführten Art nur zu gut zu dem kreativen und unkonventionellen Pastoralreferenten. Gott sei für ihn „der/die/das Ewige“ gewesen, der nicht zu fassen und eben nicht konkret festzuhalten sei. Gottes Gegenwart sei für ihn zu spüren gewesen: Wenn es ihm gut ging wie bei einem Treffen mit Freunden oder beim Musik machen. Doch auch wenn er zweifelnd und suchend gewesen sei, denn er hätte auch „seine Dämonen“ gekannt, mit denen er gerungen habe.

 

Bei einem ersten Aufeinandertreffen mit Gott hätte dieser ihn auch erstaunt nach seinem Aussehen fragen können, sprach Propst Cleve im Anschluss an den Dialog weiter. Denn am Tag vor seinem Tod hatte Florian noch mit Mantel und Helm den heiligen Martin beim Martinzug dargestellt. Diese Rolle habe gut zu ihm gepasst, sagte der Propst, „offen und den Menschen zugewandt“. Er sei sehr froh, dass Florian für ihn zu einem Freund und Weggefährten geworden sei. Florian sei ein Mensch gewesen, der „Grenzen und Mauern übersprungen“ habe. „Lebendig wird die Kirche durch alle, die ein bisschen verrückt sind, die kreativ sind, die nicht alle Regeln einhalten“, so Cleve. Gott zu verkünden, habe Florian geliebt und dabei betont, dass sich die Welt als Christ besser gestalten lasse. Mit Bezug auf Florians enge Verbindung nach Jerusalem endete Propst Cleve mit „Shalom“ und „Sei geborgen im himmlischen Jerusalem“.

 

Beerdigt wurde Florian Giersch auf dem Gelsenkirchener Ostfriedhof an der Erdbrüggenstraße. Auch dort hatte sich eine große Trauergemeinde versammelt, die im Anschluss zu Musik, die Florian mochte, gemeinsam zur letzten Abschiedsfeier im evangelischen Gemeindehaus am Grieseplatz zog. Oft hatte Florian bei dem von ihm gerne übernommenen Beerdigungsdienst anderen Trauernden die Zuversicht an die Auferstehung vermittelt. Der Abschied von ihm selbst war aber vor allem von eigenen Worten über seinen Tod geprägt: „Wenn ich an meinen eigenen Tod denke, fällt mir nicht viel dazu ein. Ich erwarte viele offene Enden und dass Freund und Freundin weinen, dass ich falle in das große Leben.“

Über Florian Giersch:

 

Florian Giersch wurde am 24. Januar 1981 in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Zivildienst arbeitete er zunächst für den Caritasverband Bochum, bevor er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und für ein Jahr in Jerusalem katholische Theologie studierte. Während des Studiums engagierte er sich zudem in der Betreuung Schwerstbehinderter. Von 2013 bis 2016 war er bis zum Abschluss seiner Ausbildung als Pastoralassistent in der Essener Pfarrei St. Dionysius eingesetzt. 2016 kam er in die Bottroper Propstei St. Cyriakus, und war damit der erste Pastoralreferent in der Pfarrei.

 

In St. Cyriakus war Florian Giersch besonders für die Firmkatechese sowie den Bereich der Kinder- und Jugendpastoral verantwortlich. Genauso lag ihm aber auch der Beerdigungsdienst am Herzen. Als kreativer Mensch setzte er zudem neue Formen der Glaubensverkündigung in den digitalen Medien in Gang – unter anderem mit einem Podcast über Heilige. Er arbeitete am diözesanen Zukunftsbildprojekt „Gründerbüro für pastorale Innovationen“ mit und war darüber hinaus seit 2017 Mitglied der Sonder-Mitarbeitervertretung. Auch für die „LaufBand“ des Bistums Essen engagierte er sich.

 


Wer den Dialog zwischen Propst Cleve und Anne-Kathrin Hegemann aus dem Auferstehungsamt nachlesen möchte, findet ihn hier zum Dowload. Ebenfalls zum Downolad an dieser Stelle auch die Danksagung der Familie.

 

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Dialog Auferstehungsamt
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Danksagung der Familie
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